Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
15
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

15

Der chemische Vorgang oder die Theorie der Chlorausschei>düng desteht darin, daß nach der neueren Ansicht das Kochsalzaus Chlor und Natrium bestehend/ beim Zusammenkommen mitSchwefelsäure und Manganhyperornd derart zersetzt wird, daßletzteres ein Atom Sauerstoff a» das Natrium abgibt, wodmchNatron gebildet wird, das sich, und so auch das wegen Sauer-sioffoerlust aus dem Hyperoryde heroorgegangeue Manqanorydulmit der vorhandenen Schwefelsäure verbindet, während Chlorausgeschieden wird.

I Pfund 24Loth verknistertes, reines Kochsalz bestehtaus 14,4? Loch Chlor und 9,53 Loth Natrium; letzteres braucht3/27 Loch Sauerstoff, um in Natron umgewandelt zu werten;da solcher vom Manganhyperornd entnommen, so muffen 18,18Lolhvon selbem angewendet werden, oon welchen dann 14,91 ^th.Manganorndul übrig bleiben, das, so wie dao Natron 16,41 ?th.Schwefelsaure benölhigeu, um ein Sulfat zu bilden; diese 32,82kolh Schwefelsäure sind in 40,16 Loih Vitriolöhl einhalte!!,welche Quantität demnach von letzterem, und so auch die ange-gebene Menge des reinen Manganhyperornd zu nehmen nöthig, umdas Chlor des Kochsalzes vollständig abzuscheiden, welches dann14,47 Loth beträgt, das bei einer entsprechend vor sich gegangenenOperation von den 2 Pfund vorgeschlagenen Wassers absorbirt,ein Präparat lieferte, das 22,4 Proeent Chlor enthalten müßte,was nie, und falls man die Vorschrift der osterr. Pharmakopoegenau befolgt, kaum zur Hälfte der Fall ist; denn einestheils istder bei uns gewöhnlich im Handel vorkommende Braunstein fastnie reines Hnperoryd, wo dann, wenn, wie gesagt, von sol-chem nicht eine verhältnißmäßig größere Menge im gereinigtenZustande angewendet worden, nebstbei Salzsaure entwickelt wird;andererseits ist es äußerst schwer, sämmtliche Fugen so zu ver-kitten , daß nicht mehr oder weniger Chlorgas entweicht; wieauch die Verdichtung in den beiden zweihalsigen Flaschen nie voll-ständig Statt findet, wcßhalb es auch, um dieses zu begünstigen,notwendig wird, im Sommer diese Vorlagen durch umgeschla-gene nasse Tücher kühl zu erhalten, im Winter aber darauf zusehen, daß die Temperatur nicht unter 4° herabsinke, weilsonst sich festes Chlorhydrat bildet, das in der Verbindungs-röhre sich ansetzend, dieselbe verstopfen würde. Damit de»