47Q Ausübung der Apothekerkunsi. Fünftes Buch.
Dr. Füller sagt sehr viel zu dessen Empfehlung 5 undschweifet etwas aus, was die Nachricht des Acpftlsafts be>trift, die ich, mit Erlaubniß, hier mittheilen will. Wennder goldne Überfluß ordentlich und maßig ist, so reinigt erden Körper von einem dicken schleimig«« Blute, und ist einVerwahrungs- und Heilmittel für viele schlimme Krankheiten,gls: Seitenstechen, Skorbut, Aussatz, Krebs, Melancholie,Hypochondrie, Raserei, verhärtete Geschwülsten der Emge-weide, u. s. w. Wenn hingegen bei Verlust der Kräfte,Schmerzen im Rücken.und Schenkel, Mangel des Appetits,garstiger Leibesbeschaffcnhcit, grünlichter trauriger Gefechts-»färbe "und finstern Blick, der Fluß allzu stark und unmäßig ist;alsdann tann dieses (leicht zu habende) stopfende Mittel gutenBeistand leisten. Ein gewisser großer Arzt hielt es für eingroßes Geheimniß, Und Rwerlm, behauptet: daß abgekoch-te Schafgarbe, drei Tage hintereinander statt des gewöhnli-chen Getränkes gebraucht, die Schmerzen der goldnen Aderglücklich wegnimt. Die Gabe besieht in drei oder vier Unzen,taglich zweimal.
Unter allen Saften halte ich den Aeofelsaft ^r den unver-gleichlichsten und besten, weil ihn die Natur zu einen weit ho-her« Grad der Geistigkeit und Reise gebrcicht hat, als denvon den rohen untauglichen Krautern, die nichts von jenerlieblichen süßsäuerlichen, gewürzhaftcn und wohlriechendenFlüssigkeit enthalten, die einige unserer feinen Aepfelarten,dergleichen die Kentischcn, die goldnen Pippins, oder Ruß»linge, u. s w. sind, von sich geben. Und was Sonon paulliWider selbige angeführet hat, rührt, meines Erachtens, voneinem irrigen Vorurtheile her. Sie schicke» sich nicht eherzum Arzimgebrauche, als bis sie eine Weile eingesamlet gele-gen und im Hausen süß geworden sind. Die beste Art ist:nicht ihren Saft (wie im Cyder) zu trinken, weil der vielenLeuten Kneipen und Purgiren verursacht; sondern sie roh zuessen, oder sie auszuschravcn und das Mark eine lange Zeithindurch alle Morgen zu essen. Auf diese Art haben sie scor-bul.schcn und m'lzsüchtigcn Patienten (besonders solchen, dievou einer hitzigen und trocknen Leibesbeschaffenheit, und zuVerstopfungen geneigt sind'! mehr Hülfe verschaffet, als irgendsonst erwis, das man in den Apotheken oder vom Felde nurhaben kann. Ich habe temand gekannt, der täglich dreißigScück zu feinem Frühstück zu genüsscn pflegte. Und Dr.Ba''n.r) erhebet und preiset sie hochlich als das fürtrestichsteBrustmittel, durch dessen Gebrauch er selbst zweimal von ei>«er völligen Auszehrung befreiet worden ist.