Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Buch. 409
äusserlich aufgelegt, spüren zu lassen. So soll das Wermuth-el, auf dem Magen und um die Nabelgegend eingcrieden,den Appetit erwecken, die Eingeweide startn:, und die Wür-mer todten; das Kamillcnblumenöl soll ein wärmendes, zer-theilendes und aufisscndes Mittel seyn; das von Iohannis-krautblumcn und Dillblattcrn soll besonders den Nerven an»genehm seyn, und m allen Art?« von Eckmerzen und Madig»teil große Erleichterung verschaffen, Geschwülste aufiöstn,und Wunden und Geschwüre hellen; das Oel aus schleimigtcnSubstanzen soll lindernder und erweichender seyn, als dasgemeine Oel; wiewohl in diesem Beispiele die allgemeine Mei-nung nicht richtig ist; dasRautenöl soll von besonderer Wirk-samkeit wider scirrhose Geschwülste, und Verhärtungen derMilz seyn, u. s. w. Heut zu Tage aber wollen demungeachtttinnige von diesen Zubereitungen mehr erwarten, als vombloßen gemeinen Oele selbst, welches den Vorchcil hat, daßes nicht so widerwärtig ist: die harzigtenTheile der Pflanzen»gewachste ob sie gleich innerlich unter schicklicher Form ge-nommen , noch so würksam und kräftig sind, tonnen unmög-lich, wenn sie mit einer großen Menge Oel versetzt werden,die geringste beträchtliche Würkung beim äusserlichen Gebrau-che von sich spüren lassen.
Oleum Kolaceum.
Roscnsl.
Man nimt vom Weißen abgezupfte, nicht ganz aufgeblä-hete, und in einem marmornen M6rsel mit einem hölzernenStößel gestoßene rothe Rosen, vier Unzen; reines Olivenöl,ein Pfund; setzt es in einem gläsernen wohl zugestöpselten Ge-fäße, eine ganze Woche lang, der Mittagssonne aus, undschüttelt es alle Tage wohl untereinander; alsdann läßt mansin einer Wasserbadhitze gelinde und sachte aufsieden und preßtdas Oel aus: man thut frische Rosen hinein, behandelt sieauf die nämliche Art, und wiederholet diesen Proceß zumdrit-tenmale, und laßt es alsdann zusammen vierzig Tage langstehen; nach deren Verlauf man das Oel zum Gebrauch beiSeite setzt und aufhebt, ohne die Rosen auszupressen.
Oleum Olieiiinum, liue iveirinum.Gelbvellcken - oder Reirlblumenol.
Dieses wird aus den Blumen und Oel, auf die nämlicheArt, wie das Dillöl, gemacht
Olelum liue Lalfamum 6mp!ex I-I^perici.jLlnfacbe» Sr IoKanniskramol, oder Balsam.
Dieses wird aus dem Oele von dem in einer Mühle ge-