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4O4 Ausübung der Apothekerkunst. Viertes Blich.

gehenden Theile «ntcr den Zubereitungen beschrieben wor»den, sehr wenig verschieden, ob er schon als ein berühmtesSchmerzstillendes Mute! zu uns gebracht wird.

I.. o. Ausgepreßte ivclc.

Nleum Ixicini.

Gelang dem gemeinen p.^ln» <^l,nlti Samen, insgemei«Rastorol genannt.

Dieses Oel wird durch Kochen und durchs Auspressen bc-reitet: auf erstere Art erhalt man das meiste, auf letztere aberdas angenehmste Oel.

Um es durchs Kochen zn erhalten, sioi/et man die ausge-schälten Samen in einem marmornen Morsel, und bindet ssein ein leinen Tuch; diesen Bündel hängt man in ein schickli-ches Gesas, mir sieben» oder achtmal so viel Wasser, und setztes über Feuer zum kochen. Auf diese Art wird sich das Oelabsondern und auf der Oberfläche des Wassers schwimmen,welches man sorgfaltig abschäumet oder abschöpfet, und mitdem Kochen so lange fortfahrt, bis kein Oel mehr zum Vor«schein komt.

Um es durchs Auspressen zu verfertigen: stoßet man dieausgeschalten Samen wohl in einem marmornen Morsel, bin-det die Masse in einen neuen starken Canvasbeutcl, wickeltalsdann den Bündel in ein reines hären Tuch zusammen, undlegt es so in eine Presse zwischen zwo eiserne Platten, undsucht auf solche Art so viel Oel, als man nur im Stande ist,herauszuzwingcn.

Dieses Oel ist milde und meistens unschmackhaft; dochverspüret man beim Hinunterschlucken desselben einen leichten,geringen Reiz in der Kehle. Es wird von den Arabern 2ll-t'crva, von den Lateinern Oleum Kicmi, von!ocn Franzosen.0l. eZlm»« ^tniüi, und von den Engländern Rasioröl ge<nannt- Die Hebräer und Griechen netten es Ritol.

Es wurde dieses Oel zwischen den Jahren 1752 und 176c,nach England gebracht und in der Praris eingeführt. Es istein herrliches Arzneimittel in gallichten Beschwerden, in wel-chen es würklich cchl« fühlbaren Reiz purgirct; in hartnäcki-gen Verstopfungen der Gedärme ist es auf die glücklichste Wei-se würksam, daher es von sonderbarem Nutzen in allen Ko-likartigcn Beschwerden ist, in welchen Purgtermitlcl rMihsind. Man sollte es zn Anfange der meisten NierentranMei-len gebrauchen; und es werden bei hitzigen und gal/ickten Lei-besbeschaffenheiten wenig Fälle vorkommen, die abführendeArzneimittel erfordern, in welchen dieses Oel sich nicht heil-sam und dienlich erweisen sollte. Es ist sowohl von odm, als