400 Ausübung der Apothekerkunsi. Viertes Buch.
Emulsionen. Ob aber schon, nach der Vorschrift des Kolle.zziums, diese aus verschiedenen Materialien ausgezogen wer»den tonnen, so ist doch keines davon im Gebrauch, ansgenom«me» das st/st Mandelöl, das Bibergeil»! und Leinsamenol,innerlich/ und das oleum Miic,«, lau>i»um und palmae,äusserlich,- wiewohl von dem letzten in den Apothckcrbüchernleine Erwähnung geschiehet, sondern selbiges meistens durchsolche Reisende bekannt und in die Praxis eingeführet wordeilist, die den Gebrauch desselben in den Ländern, wo.csvcrfer«tiget wird, gelernt haben.
Diese ausgepreßten Oele lassen sich in ihrem gemeinenZustande weder mit Weingeist noch mit Wasser mischen; durchgewisse Zwischcnmjtcel aber vereinigen sie sich mit beiden.Als: durch die Darzwischcnkunft flüchtiger Lnugengeisier ver.einigen sich die Gummis, oder Schleime, vermittelst Wasserszu einer milchigten Flüssigkeit: vermittelst fixer Laugensalzeverändern sie sich in eine Seife, die sich sowohl mit Wasserals mit geistreichen Flüssigkeiten mischen lasset.
Wenn ausgepreßte Oele ranzige werden, so verlieren sieihre gelind-sch!li»?frigmache!!de und erschlaffende Eigenschaft,«nd erhalten dafür eine schärft, ätzende, und in diesem Zu.stände verursachen sie, statt zu besänftigen, Reiz, und an.statt die atzenden, fressenden Safte stumpf zumachen, zer«fressen und entzünden sie.
Die nächstfolgendeKlasse von Oclen sind solche, diedurchsAufgießen oder Abkochen bereitet worden sind, wo gewisserKrauter oder Blumen ihre Kräfte und Eigenschaften durchsOel ausgezogen und erhalten werden. Davon sind die ge«
brauchlichsten: das nleum lol^ceum^ cl!«m,ei7!el>rn>m, l>>'.peiici, l.il!c>!i!m und iÄm/iucinum Und diese erfordern eineverschiedentlich,: Bereitungsart, in Absicht einiger verschiede«ncn Eigenschaften, die sich an den Dingen selbst befinden.So ist es z. B. mit riechenden Blumen, besonders mit denRosen, besser gethan, wenn man sie eine lange Zeit insoliret,d- h. blos einer solchen Wärme, wie sie die Sönne gibt, aus«setzet, weil sonst durch starkes Kochen ihre wohlncchendcndurchdringenden Theile davongehen würden; hingegen wollen,mit grünen Kraulern angefüllte Oele, als mit Kamillen undHollundcr, lange gekocht seyn, ehe sie die verlangte grüneFarbe erhalten. U»d man hat in Ansehung solcher Dinge,die gekocht werden müssen, wohl zu merken: daß keine Oele,ohne schwarz zu werden, dergleichen Behandlung langer aus.halten, als so lange noch etwas wäßrige Feuchtigkeit zurück«bleibt, die hier durch den Saft der Krauter erstm wird.Weil» sie daher, aus Mangel weiterer Feuchtigkeit, krausund mürbc.wcrden, so ist der Proceßgeendigt,