Druckschrift 
Freywillig-aufgesprungener Granat-Apffel, Des Christlichen Samaritans, Oder: Aus Christlicher Lieb des Nächsten eröffnete Gehaimnuß, Vieler vortrefflichen, sonders-bewährten Mitteln, und Wunder-heylsamen Artzneyen, wider unterschiedliche Zuständ und Ubel deß menschlichen Leibs und Lebens
Entstehung
Seite
74
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

74

Aryney-Buch.

M^

werde / verwahre es demnach in ein Glaß. Gebrauch diser Salben;Erstens dient sie süralleHaupt-und Augen - Wehe/ die Stiern undSchlaffdarmitbestrichen/ sie ist auch gutfürdieKwpfflmHalß/ einwenig warm eingenommen; wann in der äussersten Noth der Kranckenicht mehr reden / noch schlingen tönte/1. oder 2. mahl eingenommen/ soist dasGeschwargebrochen/ sie ist auch gut für die Huesten/ nur einge-nommen/ es heylet auch frische Wunden / braun und blaue Fleck derSchlag/ dienet zu der Leber und Miltz / es seye von Hitz in Fiebern / dasHaupt/Brust und äusserste Glieder dannt geschmieret; ingleichen dienetsie vor Wehetagen der Mutter und Därm-Bergicht eingenommen;Item/ für Wehetagen der Gelencken / darmit geschmiert./ wann es abervon einer Kalte kombt/ soll man hitzige Oel darunter mischen / vor We-httagen der Zahn/ den Backen warm darmit geschmiert/ auch sonsten inallerhand Geschwulsten sehr gut zu gebrauchen.

K° 2. ^IttiXX-Salben zu machen.

2ln nimbtEybisch jWurtzen2.Pfund/ LeiwSaamen/koenumQrncum Saamen / jedes i. Pfund/ zerstoß die Saamen/ dieWurtzen aber zerschnitten/ thue es in ein Hafen / gieß;. MaßWasser darüber/ laß z. Tag und Nacht stehen/ alsdann außgedruckt/nimb den Schleim 2. oder z.Pfund/ 3. Psund Baumöl/ koche es zu-sammen biß genug/ vermisch darunter Inschlicht). Pfund/ Terpentin4- Loth / Tannen-oder Feichten-Hartz 12. Loth / alles zusammen / sambti. oder 2. Loth c^urcuma-Wurtzen/ laß 2. oder 2. Sud auffthun/durchegejyhen / also ist sie fertig. Dise Salben dienet zu allen Schmertzen / sovon Verrenckung und Uberhebung/ wie auch den schmertzhassten har-ten Geschwülsten und Beulen / so von Kalten entsprungen / thut solcheerweichen/ erwärmen und zeitigen / ingleichen ist sie auch sehr gut vor dieSchmertzen der Brust/ so von der Kälte verursachet werden / erweichetauch die erstatten Nerven / heylet auch alle so zerschlagen und zerflossenseyn/ ingleichen heyset sie auch allerley Wunden.

N° 3. Die Aichene Mistl-Salben zu machen.

M Mertzen ist zum besten/ laß man die Aichene Mistl brechen/ vonsolchen frischer das schwartze Haut! abgeschällt/ und diemittereRenten in But^gepaitzt/ biß'man die wieder haben kan/hernachnimb gelbe Messen/ blau Veiglkraut/ Gundlreben/ Nachtschatten/Käßpappel/saubervon Stingel abgestreifft/gewaschen/ und getrücknet/eines so vil als deß andern/ als der Aichen-Mistl seynd / der Butter muß

nach