5 1 2 Von den Ohnmachten.
begreift man leicht, daß, da die Dünste der Zu-stand sind, der von den falschen Bewegungen derNerven, ohne einige sichtbare Ursache, herrühret,und da alle Verrichtungen des Cörpers zum Theilvon den Nerven abhängen, daß, sage ich, kein Zu«fall von andern Krankheiten sey, welchen die Dün-ste nicht erwecken oder nachahmen können, und daßfolglich diese Zufälle nach den Nervenasten, die inUnordnung gerathen, unendlich verschieden seynmüssen. Man begreift auch, warum die Dünsteeiner Person mit den Dünsten einer andern oft garkeine Aehnlichkeit haben, und warum bey einerund eben derselbigen Person die Dünste des einenTages von den Dünsten des folgenden ganz ver»schieden seyn. Ueberdies sieht man ein, daß dieDünste ein sehr würkliches Uebel seyn, und daßdas Sonderbare in den Zufällen, welches alle die-jenigen, die von der Einrichtung des menschlichenCörpers keine Kenntniß haben, nicht begreifen kön,nen, und weswegen sie selbige vielmehr für dieWürkung einer verdorbenen Einbildungskraft, alsfür eine wahre Krankheit gehalten haben, daß, sageich, dieses Sonderbare eine nothwendige Würkungder Ursache der Dünste sey, und daß es eben so we,nig in der Gewalt einer Person siehe, keine Dünsiezu haben, so wenig es willkührlich ist, einen Fieber,anstoß oder Zahnschmerzen nicht zu haben.§. 501.Einige Beyspiele werden einen vollständiger«.Begriff von der Entstehungsart der Dünstegeben.
Ein