488 Von den Brüchen.
die größeren Wirkungen hervor gebracht. Alleinwenn das Uebel langer als zehn oder zwölf Stun-den heftig gewütet hat, so ist es oft zu spat, und als-dann ist es besser, fianellene Tücher, die in einlaulichtes Decoct von Käsepappeln- und Flieder-blumen eingetaucht sind, aufzulegen, und sie oft zuwechseln. Man kann sich bey Verfertigung die,ser Umschlage, statt des gemeinen Masters, einerVermischung von vierzig Theilen gemeinen Was-sers, und einem Theile Silberglett-Eßig, mit Nu-tzen bedienen. Dies ist das sogenannte cau v<°-ßcmlc des Herrn Goulard, berühmten Wund-arztes zu Montpellier; ein nützliches Mittel, des-sen ich mich verschiedenemal mit Vortheil bedie-net habe, das aber ungeachtet der Versicherung desHerrn Goulard, die zusammenziehende Kraft desBleyes behält, und folglich mit vieler Vorsichtgebraucht werden muß. Doch hat man noch amdritten Tage von dem Eiswasser, oder von demEise selber, guteWürkung gesehen.
4) Wann diese Hülfsmittel nicht hinreichen,so muß man die Tobacksclystiere versuchen, welcheoft Brüche gelöset und zurückgebracht haben, dieallen andern Mitteln widerstanden Hatten.
5) Endlich, wenn diese Mittel nicht anschla«gen, so muß man, ohne einen einzigen Augenblickzu verlieren, sich zum Schnitt er.tschliessen. Denndies Uebel tödtet bisweilen nach Verlauf von zweenTagen. Man muß aber einen sehrguten Wund-arzt dazu haben. Der glückliche Erfolg, womit
ich,