Anleitung für die Kinder. 405
dert die Verdauung der nöthigen Speisen; dieseübel verdauete Speisen geben nicht allein keineNahrung, und schwächen folglich das Kind, son«dern sie werden auch eine Quelle von Krankheiten,und bringen Verstopfungen, die englische Krank»heit, Drüsengeschwülste am Halse, schleichende Fie-ber, Schwindsucht, und endlich den Tod zuwege.
Eine andere nachtheilige Gewohnheit in An,sehung der iebensordnung der Kinder, sobald sieanfangen andere Nahrungsmittel ausser der Milchihrer Amme zu bekommen, bestehet darin, daß manihnen solche giebt, welche die Kräfte ihres Magensübersteigen, und daß man ihnen zusammengesetzteSpeisen erlaubt, die an sich schon schädlich sind,und noch mehr, in Betracht der annoch schwachenund zarten Werkzeuge der Verdauung.
Man muß, sagt man, ihren Magen an allesgewöhnen, aber dies Gesage ist thöricht; man mußihren Magen stärken, alsdann werden sie alles ver-tragen; aber das ist nicht der Weg, ihn zu stärken,wenn man ihnen öftere Unverdaulichkeiten verur-sachet. Wenn man ein Füllen stark machen will,so läßt man es vier Jahre lang laufen, ohne einigeArbeit davon zu fordern, hernach kann es ohneBeschwerde die stärkste Arbeit aushalten. Wennman es hingegen auf solche Art zur Arbeit hätteangewöhnen wollen, daß man es, von seiner Geburtan, mit übermäßigen iasten beschweref hätte, sowürde nur eine schlechte Schindmähre daraus ge-worden seyn, die zu keiner Arbeit tüchtig gewesenCc z wäre.