3 26 VondemMiserere.
ganz; der Kranke phantasirt; es erfolgt fast be-ständig ein Schlucksen, und bisweilen zeigen sichallgemeine Zuckungen; die aufsern Glieder werdenkalt, der Puls verliert sich, die Schmerzen unddas Erbrechen hören auf, und der Kranke stirbtsehr geschwinde.
Da diese Krankheit mit der allergrößten Ge-fahr begleitet ist, so muß man, ohne einen Augen»blick zu warten, mit den nöthigen Mitteln denAnfang machen, sobald man nur das Uebel muth-masscn kann. D?r allerlleinste Fehler ist tödtlich,und man hat gesehen, daß hißige Getränke in we-nig Stunden den Tod zuwegegebrachtHaben. Hchbin am zweeten Tage der Krankheit zu einer jun-gen Person geholet worden, die einen guten TheilTheriak zu ßch genommen hatte; nichts auf derWelt konnte ihr einige Erleichterung geben, siestarb am Anfange des dritten Tages.
Das Uebel muß völlig, wie die Koliken vonEntzündung behandelt werden. Der einzige Un-terscheid zwischen beyden Krankheiten bestehtdarin, daß in diesem Falle kein einziger Stuhlgang,aber anhaltendes Erbrechen vorhanden ist.
Man muß also l) einen sehr starken Aderlaßvornehmen; es wäre dann, daß man allzuspät ge-holet worden, und daß der Kranke seine Kräfteschon verloren hätte.
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