Von dem Schnupfen. 135
sagte, er befinde sich wohl, er habe nur einenSchnupfen.
Em zweites Vorurtheil ist, daß der Schnup,fcn keine Hülfsmittel nöthig habe, und daß erdadurch nur langer daure. Das letzte kann wahrseyn, in Betracht der schlechten Behandlung; aberder Grundsaß ist falsch. Der Schnupfen hat,gleich den andern Krankheiten, seine Mittel, undwird nach Masgebung der Behandlung leichteroder schwerer geheilet.
§. 124.
Ein dritter Irrthum ist, daß man ihn nichtnur nicht für gefahrlich, sondern sogar für heilsamhält. Ohne Zweifel ist es besser, einen Schnup,fen als eine schlimmere Krankheit zu haben; aberes wäre weit be/sir, nichts von beyden zu haben.Alles, was man mit Vernunft sagen kann, ist,daß, wenn eine verhinderte Ausdünstung die Ur-sache einer Krankheit wird, es ein Glück sey, wennsie, wie es oft zu geschehen pflegt, statt einer sehrschwerenKrankheit einen Schnupfen erzeugt; alleines wäre weit vorzüglicher, wenn weder die Ursa-che noch die Würkung vorhanden gewesen wäre.Ein Schnupfen beweißt immer eine Unordnungin den Verrichtungen unsers Körpers, das ist, dieUrsache einer Krankheit; er ist auch selbst eine würk-'liche Krankheit, welche, wenn sie heftig ist, diegan'.e Maschine empfindlich angreift. Der Schnup-fen schwächt die Brust recht merklich, und die Ge-I 4 sundheic
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