Druckschrift 
Anleitung für den geringen Mann in Städten und auf dem Lande in Absicht auf seine Gesundheit
Entstehung
Seite
28
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

28 Von der UnzulangliaMt

den Freunden hatten ihn in genauer Beobachtungder einsachesten Vorschriften nicht stöhren können.Sem Fieber war gründlich gehoben. Neun Tagehatce er schon seiner gewöhnlichen Arbeitsamkeitentsagen müssen. Seine Begierde zur Geschäftig-keit erlaubte ihm keine längere Schonung, und inseiner Anweisung fand er nichts von der iebens-ordnung der Genesenden. Mit entnervten Glie-dern ergriff er freudig die Instrumente seines ge-wöhnlichen Fleißes und stürzte sich, durch eine ganz,llche Erschöpfung seiner sparsamen Kräfte, in neueviel dringendere Gefahren. Der erste starb ausVorsicht ungewarnt, und der andere verfiel ausUnwissenheit in ein neues Fieber, weil ihnen bey-den, weder Weisbach, noch ein mitleidiger,oder ein geschwinder Arzt, weder ein medi-cinischer Trichter, noch eine Sophia :c. dienöthigen Verhaltungsregeln beym Anfange unent.wlckelter Krankheiten, oder beym Ausgange ent-schiedener Uebel, angezeiget hatten.

Auf diesen Fehler gründet sich größtentheilSdie höhnische Gleichgültigkeit, welche vernünftigeAerzte bey jeder Vorschrift einer angemeßnen ie-bensordnung erfahren müssen. So gewiß es ist,daß man, ohne genaue Beobachtung eines regel-mäßigen Verhaltens, im Voraus alle Hofnung zueiner glücklichen Genesung vernichtet, so nachläßigfindet man doch die meisten Schriftsteller in diesemunentbehrlichen Artikel. Der diätetische Theileiner jeden Cur ist eben derjenige, wovon der ge-meine