der meisten praktischenHandbücher. 25
lange öfnet, als nothwendig ist, einen Menschendurchzutasten. Der Arzt, der beym Eintritt dieGefahr fühlt, mit dem Kranken zugleich erstickenzu müssen, wiederholt seine weisen Verordnungenmit allem Nachdruck. Der unnöthige Schwärmungerufener Rathgebcr hört ihn mit Erstaunen,und jeder starrt ihn mit Blicken voll Unwillen undWiderspruch an. Die alte Großmutter beweinterst in einem duftigen Winkel des Zimmers denAusspruch des Arztes in der Stille, und beschwertsich hernach öffentlich über die Anstallten zur Hin,nchtung ihres geliebten Enkels. Die gutherzigenNachbarinnen, entschloßner als die alten Mütter,lassen den Arzt ausreden, begleiten ihn freudig ausdem Krankenzimmer und führen in seiner Abwe-senheit glücklich ihren mörderischen Plan aus. —Da der gegenwärtige Arzt schon so viel Eigensinn,so viel iist und Vorurtheile bey seinen Kranken zubekämpfen hat; wie wenig wird man auf dieFolg.samkeic und Ueberlegung vorwitziger Krankenoder ihrer überklugen Anverwandten rechnen dür.fen, wenn es darauf ankömmt, gedruckten Vor-schriften getreu, in der Wahl der vorgeschlagenenMittel nicht eigensinnig, und in Anwendung der-selben nicht nachlaßig zu senn? ieute von einergewissen Denkungsart, wenn ihnen die unausbleib.liche Gefahren eines vorwitzigen Eigensinnes nichtaufs deutlichste vor Augen gemalt werden, sindallemal williger, bey den leichten und angenehmenoder gewöhnlichen Rathschlägen ihrer Freunde,
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