Druckschrift 
2 (1859)
Entstehung
Seite
219
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Dremntlzwaiizifjstes Kapitel. Harnanalyse. 219

15) Specifisches Gewicht.

Auf einer guten Wage bringt man ein leeres Glas von genügendemInhalt ins Gleichgewicht, das Glas link?, das Gleichgewicht rechts. Manlässt nun die mit Harn bis an die Marke gefüllte 100 CC. Pipette in dasleere Glas auslaufen und bestimmt das Gewicht in Grammen. Das Kommaum zwei Stellen links gerückt, giebt das specifische Gewicht.

Man kann natürlich auch jede andere gute Pipette anwenden. Einegute empfindliche Spindel mit dünner Senkröhre und dickem Körper giebtam einfachsten eine genügend scharfe Angabe.

16) Harnsedimente.

a. Freie Harnsäure.

Das Bestimmen des Gewichtes eines solchen Sedimentes ist misslich-Man bestimmt am einfachsten die Harnsäure selbst. Man löst den Nieder-schlag in wenig heissem Aetzkali, verdünnt bis zu 300 CC, nimmt 50oder 100 CC. heraus, versetzt sie mit viel Wasser und überschüssigerSchwefelsäure und bestimmt die Harnsäure mit Chamäleon (I, S. 365).

b. Enthält dieser Niederschlag saures harnsaures Natron, so reagirtseine Asche alkalisch. Man trennt das Sediment durch Abgiessen derFlüssigkeit, glüht und verwandelt in Asche. Diese löst man in Wasser,filtrirt, wenn sich die Lösung nicht klar abgiessen lässt und bestimmt dieAlkalität mit Normalsalpetersäure und Kali.

c. Kleesaurer Kalk.

Wenn das Sediment sich in verdünntem Aetzkali nicht löst, so ist eskeine Harnsäure. Nach dem Auswaschen giesst man reine Salpetersäurehinzu, löst, verdünnt mit Wasser und bestimmt die Kleesäure mit Cha-mäleon (I, S. 185). Aus einem andern Tlieile stellt man durch Glühenkohlensauren Kalk dar, befeuchtet ihn mit Wasser und prüft, ob er al-kalisch reagirt. Im Falle dies stattfindet, zieht man ihn mit Wasser ausund bestimmt den Rest wie kohlensauren Kalk mit Normalsalpetersäureund Kali (I, S. 77).

d. Phosphorsaure Ammoniak-Magnesia.

Wenn man die Natur des Salzes durch Reactionen erkannt hat, ge-nügt es, die Phosphorsäure desselben zu bestimmen. Man löst in Salz-säure, setzt essigsaures Natron und Eisenchlorid (oder Eisenalaun) zu,bis die Flüssigkeit röthlich erscheint, filtrirt, süsst aus, löst in Salzsäure,reducirt mit Zink und bestimmt das Eisenoxydul durch Chamäleon, wieunter Nr. 3 dieses Kapitels.

e. Phosphorsaurer Kalk.

Man kann beide Theile bestimmen. Man löst den Niederschlag inSalzsäure, verdünnt zu 300 CC. und schüttelt um. Man nimmt 150 CC.davon und bestimmt in jeder Hälfte einen Bestandteil.

Die Phosphorsäure bestimmt man wie soeben unter d.

Den Kalk bestimmt man, indem man mit kleesaurem Ammoniak undAmmoniak versetzt, den kleesauren Kalk absetzen lässt, und mit Chamä-leon die Kleesäure bestimmt (I, S. 186 und in diesem Kapitel unter Nr. 4).