Achtzehntes Kapitel. Analyse der Mineralwasser. 180
stumpfung durch reine Salpetersäure das Chlor. Man erhall den ganzenChlorgehalt.
Ebenso kann man eine Irische Menge Wasser zu diesem Zwecke ver-wenden, weil die kohlensauren Erden nicht schaden. Man erhält so dieSumme des Chlorgehaltes ebenfalls.
3) Wenn die salinischen Mineralwasser viel Chloroalcium enthalten,so enthalten sie meistens wenig oder keine schwefelsaure Salze (Kreuz-nach), oder wenn sie Schwefelsäure und Bittererde enthalten, so enthaltensie meistens kein Chlorcalcium oder wenig davon. In beiden Fällen istdie Methode etwas verschieden.
Man kocht 1 Litre Wasser bis zum Niederfallen der kohlensaurenErden, flltrirt in die Litrellasche zurück, füllt bis zur Marke an undnimmt daraus 500 CC.
Im ersteren Falle fällt man sogleich mit kleesaurem Ammoniak undbestimmt den kleesauren Kalk durch Glühen und Wägen, oder durchTitriren mit Chamäleon. Im Filtrat fällt man die Bittererde mit phos-phorsaurem Natron und Ammoniak und bestimmt das Tripelsalz demGewichte nach. Das Kochsalz erhält man aus dem Verluste.
Oder wenn Bittersalz und kein Kalk vorhanden ist, fällt man dieeisten 500 CC. sogleich mit phosphorsaurem Ammoniak und bestimmtebenfalls dem Gewichte nach.
Die Schwefelsäure bestimmt man nach Gewicht aus einer frischen Por-tion Wasser durch Fällen mit Chlorbaryum in saurer Lösung und warm.
In beiden Fällen nimmt man die zweiten 500 CC. zur Natron-bestimmung allein. Man fällt tnit Barytwasser, bis die Flüssigkeit schwachalkalisch reagirt, wodurch zugleich Schwefelsäure und Bittererde (auchKalk) entfernt werden. Man erwärmt mit kohlensaurem und reinem Am-moniak, flltrirt, verdünnt wieder zu 500 und verdampft davon 100 CCin der Platinschale bis zum allmäligen Glühen ohne Verluste. Eis bleibtdas Kochsalz allein übrig.
1) Chlorkalium. Man erhitzt 1 Litre bis zum Niederfallen der Erd-salze, flltrirt in eine Porzellanschale, setzt etwas Chlorplatin zu und ver-dampft zur Trockne. Den salzigen Rückstand zieht man mit einer gesättig-ten wäsTerigen Losung von Chlorplatinkalium aus, welche alle schwefel-sauren Salze aufnimmt und nur sein eigenes Salz zurücklässt. Dasgewogene Chlorplatinkalium berechnet man auf Chlorkalium.
5) Die unlöslichen Bestandteile werden wie bei den alkalischenMineralwassern behandelt.
Analyse des Königsstuhler Mineralwassers bei Rhense.
In dem Winter 1857 auf 1858 war das Rheinbett so tief, dass einneuer Mineralbrunnen ganz nahe bei dem berühmten Königsstuhle zuRhense zu Tage trat. Es wurden zu seiner Analyse die eben ermittelten
Methoden angewendet.