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2 (1859)
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88
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88 Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.

senlösung, bei grösseren Mengen in mehr als proportionaler Menge ein-zugehen, nicht zu verkennen, allein die Zahlen sind doch jetzt sehr ge-nau. Die Umwandlung der röthlichen Farbe des essigsauren Eisenoxydsgeht auch hier langsam vor sich, anfänglich sichtbar, nachher wird derNiederschlag noch lange Zeit hindurch scheinbar heller, weil die Flüssig-keit, worin er schwimmt, mehr und mehr ihren Eisengehalt verliert. Esdarf also nicht augenblicklich die Probe gezogen werden, welche fastimmer Eisen anzeigt, sondern man muss unter öfterem Umschütteln eineZeit lang warten. Bemerkt man bei der Probe keine blaue Farbe, sokann man sogleich mit Eisenzusatz fortfahren; spricht jedoch die Probean, so muss man 5 Minuten stehen lassen und die Probe wiederholen,bis die blaue Farbe constant bleibt.

Bei alledem gehört die Methode nicht zu den schärfsten maassana-lytischen, und ich gaube, dass sie auf dem eingeschlagenen Wege nichtbedeutend verbessert werden kann. Die Ursache davon liegt theils indem Tüpfelverfahren selbst, besonders aber in der wandelbaren Zusam-mensetzung des Niederschlags, die von der Menge freier Essigsäure ab-hängig ist, und in der beobachteten Zersetzbarkeit sehr verdünnter essig-saurer Eisenoxydlösungen durch die Papierfaser selbst, ohne welche dieProbe nicht gemacht werden kann.

Allein das Bedürfniss einer schnellen und wenigstens ziemlich siche-ren Methode für medicinische Zwecke, z. B. Harnanalyse, war Veran-lassung, auf dem angebahnten Wege fortzugehen, und die Sache bis zudem erwähnten Punkte zu verfolgen. Wir müssen anerkennen, dass wireine scharfe und rein maassanalytische Methode zur Bestimmung derPhosphorsäure noch nicht besitzen, und dass die schärfste Methode ebennicht die Leichtigkeit einer reinen Maassanalyse hat, sondern sich miteiner vorläufigen Ausscheidung auf einem Umwege bewegt. Der Man-gel an Genauigkeit berührt jedoch auch alle gewichtsanalytischen Bestim-mungsmethoden der Phosphorsäure.

Im Allgemeinen lassen sich die verschiedenen Arten der Ausschei-dung der Phosphorsäure unter folgende vier Gesichtspunkte fassen:

1) Die Phosphorsäure ist nur mit Alkalien verbunden oder frei, sokann sie a) gewichtsanalytisch mit Ammoniak übersättigt und mit Bitter-erdemixtur (Bittersalz, Salmiak und Ammoniak) gefällt und als phos-phorsaures Bittererde-Ammoniak bestimmt werden; b) maassanalytischmit essigsaurem Natron versetzt und mit Eisenalaunlösung gemessenwerden, oder auch der Niederschlag kann gewaschen, geglüht und ge-wogen und nach Auflösen in Salzsäure und Reduction mit Zink durchChamäleon das Eisenoxyd bestimmt werden, wo sich dann die Phos-phorsäure aus dem Verluste findet.

2) Die Phosphorsäure ist mit Erden und Metalloxyden, mit Aus-nahme von Eisenoxyd und Thonerde, verbunden. Es kann die Fällungmit Bittererde-Mixtur nicht stattfinden, sondern die salzsaure Lösungwird nach Versetzung mit essigsaurem Natron durch Eisenalaunlösung ge-