84 Vierter Abschnitt. Fallungsanalysen.
nem phosphorsauren Natron, indem ich 35,836 Grm. dieses Salzes zumLitre löste. Imgleichen bereitete ich eine Zehent-Normallösung vonschwefelsaurem Eisenoxyd-Ammoniak (Eisenoxyd-Ammoniakalaun), indemich 48,2 Grm. zu 1 Litre löste. Von diesen Flüssigkeiten mussten sichgleiche Volumina zersetzen. Als ich 10 CC. der phosphorsauren Na-tronlösung auslaufen liess, gebrauchte ich 10,8 bis 11 CC. der Eisenlö-sung, ehe eine sichtbare Reaction auf dem Papiere entstand. Ich sahmich nun nach anderen Reactionsmethoden um, allein ohne Erfolg, undwill meine Versuche nur deshalb erwähnen, um Anderen die Wiederholungderselben zu ersparen. Zuerst tröpfelte ich die zwei Flüssigkeiten nebeneinander auf dasselbe Filtrirpapier und liess ihre Ränder in einanderlaufen. Die Operation ist bequemer, als die von Liebig, jedoch sinddie Anzeigen weit schwächer. Es entsteht eine deutlich blaue sehr zarteLiuie, wenn die Methode von Liebig bereits einen grossen blauen Fleckerzeugt, und häufig entstand die blaue Linie noch gar nicht, wenn nachLieb ig schon eine deutliche Färbung erzeugt wurde. Dann wurdeRhodankalium mit Salzäure versetzt, und die beiden Tropfen so nebeneinander gebracht, dass ihre Ränder in einander flössen. Der Zusatzvon Salzsäure war nothwendig, weil essigsaures Eisenoxyd mit Rhodan-kalium gar keine Reaction giebt. Jedes Filtrirpapier wurde von dersalzsauren Rhodankaliumlösung ohne Weiteres geröthet, wodurch ein Ei-sengehalt desselben angezeigt wird. Wenn auch an der Berührungs-stelle die Färbung stärker war, so nahm doch die allgemeine Verbrei-tung der rothen Farbe jede Sicherheit weg. Es wurde noch eine Lö-sung von Gallussäure und Schwefelammonium versucht, jedoch auchohne entsprechenden Erfolg, indem die blaue Farbe doch viel erkennba-rer und eigenthümlicher war, als die schwarze in den beiden zuletzt ge-nannten Fällen. Ich liess es also bei der ursprünglichen Methode be-wenden.
Wenn zu dem phosphorsauren Salze mit Zusatz von essigsauremNatron und freier Essigsäure das Eisenoxydsalz kommt, so entsteht immerdie röthliche Färbung des essigsauren Eisenoxyds, und wenn man nacheinmaligem Umschütteln jetzt die Probe sieht, so zeigt sich häufig über-schüssiges Eisenoxyd an, ohne dass vollständige Fällung der Phosphor-säure stattgefunden hat. Man sieht die Farbe des Gemenges immerheller werden, und nach einer Minute ist die Eisenreaction wieder ver-schwunden. Diese erst allmälig sich vollendende Zersetzung nöthigt, dasGemenge jedesmal eine Zeit lang stehen zu lassen, ehe man die Probesieht, oder dieselbe Probe nach einigen Augenblicken noch einmal zunehmen. Erst wenn die blaue Färbung constant bleibt, kann man denVersuch als vollendet ansehen. In den Versuchen von Breed vermisseich die Controlanalysen mit Substanzen von bekanntem Phosphorsäure-gehalt. Bei Phosphorsäurebestimmung im Urin fehlen diese Garantien,da man dessen Gehalt erst erfahren soll. Es war nun wichtig, zu er-fahren , ob die Mengen des verbrauchten Eisensalzes wenigstens den