Achtes Capitel. Quecksilberoxyd. G5
Jodlösung wird anfänglich von dem mitSalzsäure versetzten Queck-silberchlorür rasch entfärbt. Sogar wenn man Stärke zugesetzt hat, gehtdie blaue Farbe der Jodstärke in weiss über. Gegen Ende bildet sichQuecksilberjodid, welches mit rother Farbe auftritt.
Das Verschwinden der blauen Farbe der Jodstärke durch Umschüt-teln geht gegen Ende zu langsam vor sich, um als Anzeige brauchbarzu sein. Das Auftreten von Quecksilberjodid als Pulver macht dasBeobachten des Verschwindens des Niederschlages unmöglich. Setzt manJodkalium zu, so löst sich zwar das Quecksilberjodid auf, allein es setztsich dann auch der Rest des Chlorürs in gelbes Quecksilberjodür um.Die Enderscheinung ist ganz unbefriedigend.
Und endlich chlorsaures Kali lässt weit früher den Geruch derChlorochlorsäure (Euchlorin) wahrnehmen, ehe der Niederschlag ver-schwunden ist, ja er vermindert sich gar nicht sichtbar. Es ist deshalbdieses Oxydationsmittel durchaus nicht zu gebrauchen. Es kann dem-nach das Quecksilberoxydul bis jetzt noch nicht durch eine Oxydations-analyse bestimmt werden.
Achtes Capitel.
Quecksilbe rox yd.
a) Mit Kochsalzlösung.
Die Bestimmung des Quecksilberoxyds durch eine titrirte Kochsalz-lösung ist ebenfalls von Lieb ig angegeben worden.
Wenn man möglichst neutrale Lösungen von Quecksilberoxyd mitphosphorsaurem Natron versetzt, so entsteht sogleich ein weisser flocki-ger Niederschlag von phosphorsaurem Quecksilberoxyd, der beim Stehenin der Flüssigkeit rasch krystallinisch wird. Sublimatlösung hingegenlässt sich mit den phosphorsauren Alkalien mischen, ohne dass eine solcheTrübung entsteht.
Fügt man zu der Mischung der erstgenannten Salze, ehe der Nie-derschlag krystallinisch geworden ist, eine Kochsalzlösung hinzu, so setztsich das entstandene phosphorsaure Quecksilberoxyd mit dem Chlorna-trium in Sublimat und phosphorsaures Natron um, der entstandene Nie-derschlag verschwindet und die Flüssigkeit wird klar und hell. Esgründet sich hierauf das Verfahren von Lieb ig, das Quecksilberoxydin der salpetersauren Lösung mit ziemlicher Genauigkeit zu bestimmen.Ein Atom Quecksilberoxyd bedarf zu seiner Wiederaufiösung 1 AtomChlornatrium, und wenn man die Menge des zugesetzten Chlornatriumskennt, so weiss man damit den Gehalt der Lösung an Quecksilberoxyd.Die zu untersuchende Lösung darf natürlich kein Chlor, Brom oder JodMohr's Titrirbucli. II. Abthlg. 5