328 Dritter Abschnitt. Arsenigsaures Natron gegen Jodlösung.
Bestimmt man die Menge des freien Sauerstoffs, wie bei dem geglühtenManganoxyde, Mn 3 0 4 , oder bei dem durch Chloralkalien gefällten Hy-peroxyde Mn 0 2 , so erfährt man aus der ersten Analyse die Menge desManganmetalls. Kennt man die Zusammensetzung des Oxydes nichtaus anderen Beziehungen, so müssen zwei Untersuchungen angestelltwerden, wenn man die ganze Zusammensetzung erfahren will. Durchdie erste Analyse erfährt man, wie oben erwähnt wurde, den freienSauerstoff; zur zweiten Untersuchung glüht man das Oxyd stark im of-fenen Platintiegel und führt es auf die Verbindungsstufe Mn 3 0 4 . Diesebehandelt man dann ebenso und erfährt daraus die Menge des Metalls.Oder man bringt das Oxyd in Lösung, versetzt die Lösung mit essigsau-rem Natron und fällt das Mangan durch Chlorgas ganz im Zustande vonHyperoxyd. Dieses Verfahren bietet jedoch bei der Destillationsanalysemechanische Schwierigkeiten dar. Man kann nämlich nicht das Hyperoxydim trockenen Zustande ohne Verlust von dem Filtrum entfernen, und darfauch das Filtrum nicht mit dem Niederschlage in das Destillationsgefässhineinbringen , weil die Chlorentwickelung damit unverträglich ist. Beider Analyse mit schwefelsaurem Eisenoxydul-Ammoniak oder Zinnchlo-rür kann man das Filtrum mit hineinwerfen, weil immer Ueberschussvon dem Chlor aufnehmenden Körper vorhanden ist. Es beschränkt sichdeshalb die Arsenikanalyse auf gegebene trockene Oxyde des Mangans,von denen das wichtigste das Hyperoxyd oder der Braunstein ist.
1 Atom Manganhyperoxyd entwickelt mit überschüssiger Salzsäureerhitzt 1 Atom Chlor:
Mn 0 2 4- 2 Cl H = Mn Cl -f- Cl -f 2 HO;und da die Arseniklösung Zehendnormal ist, so würde l ) lü Atom oder4,357 Grai. Manganhyperoxyd für 1 Litre Normalfiüssigkeit hinreichen,und folglich 0,4357 Grm. für 100 CC.
Wägt man also 0,4357 Grm. Braunstein ab, so ist jeder Cubikcen-timeter Arseniklösung gleich 1 Proc. Manganhyperoxyd.
Der Braunstein wird abgewogen und in dem Destillationskölbchendes Apparates (Fig. lOo) mit rauchender Salzsäure übergössen und so-gleich luftdicht mit den CondensationsVorrichtungen verbunden. Dieseenthalten eine gemessene Menge Arseniklösung und einen Ueberschussvon kohlensaurem Natron. Es wird dann das Kölbchen erhitzt undalles Chlor ausgetrieben. Man erkennt die vollständige Zersetzungdaran, dass die Braunsteinflüssigkeit die gelbe Farbe des Eisenchloridsannimmt, wenn der Braunstein okerhaltig ist, oder dass sie sich ganzentfärbt, wenn der Braunstein eisenfrei ist. Die grünbraune Farbe desManganchlorids rnuss in jedem Falle gänzlich verschwunden sein. Manerhitzt bis zum starken Kochen und bis die einströmenden Wasserdämpfedurch ihr Geräusch zeigen, dass kein permanentes Gas mehr darin ist.Jetzt wird die Kautschukröhre zugeklemmt und der Apparat eine Viertel-Stunde stehen gelassen. Es werden dann die Theile auseinanderge-nommen und die Glassplitter in der Röhre, sowie die Leitungsröhren