312 Dritter Abschnitt. Arsenigsaurts Natron gegen Jodlösung.
Die Chromsäure kann nicht direct mit arseniger Säure in unsererProbe zersetzt werden, weil bei der zur Ausmessung der arsenigen Säurenöthigen alkalischen Beschaffenheit der Flüssigkeit das gebildete Chrom-oxyd gefällt und die arsenige Säure mit niedergerissen würde. Es mussdeshalb die oxydirende Wirkung der Chromsäure allein ohne seine Sub-stanz auf die arsenige Säure übertragen werden. Dies geschieht ambesten durch Erhitzen der chromsauren Verbindung mit einem Ueber-schuss von rauchender Salzsäure. 2 Atom Chromsäure entwickeln da-durch 3 Atom Chlor:
2Cr0 3 + 3C1H = Cr 2 0 3 -f 3 Cl -f 3 HO.
Es ist deshalb die Bestimmung der Chromsäure, wie alle durcheine Destillation zu beendigenden Operationen, eine rein chlorometrischeMessung.
Zu dieser Destillation bediente sich Bunsen des Apparates Fig. 101.Die absorbirende Flüssigkeit ist in dem umgekehrten Retörtchen ent-
Fig. 101.
halten. Sie ist bei BunsenJodkalium und ungemessen.Das Ende der Destillations-röhre ist durch ein GlasventilC'"%. Ell ^^S|||l||» j|> geschlossen. Es ist eine kleine
"J^m lÄjj^jpP^^y ft Glaskugel mit Stiel, welche
so leicht ist, dass sie schwimmt.Durch dies Ventil soll das Zu-rücksteigen der Flüssigkeit ver-hindert werden, was es jedochnicht immer thut, da es einensehr dichten Schluss nicht ge-ben kann.
Fresenius hat den De-stillationsapparat Fig. 102 da-durch verbessert, dass er, beiWeglassung des Glasventils,die ßöhre in eine dünne Spitzeauszieht und am oberen Endemit einer weiten Kugel ver-sieht. Es geschieht dadurchdas Zurücksteigen sehr lang-sam, und insbesondere nimmtdas Anfüllen der Kugel so vielZeit hin, dass man leicht dasDestillationskölbchen loslösenkann, womit jedes Zurückstei-gen aufhört.Das Ausschwenken der Flüssigkeiten aus den Retorten' ist einemissliche Operation, welche bei fluchtigen Körpern, wie bei freiem
Bunsen's Chlorabsorptionsapparat.Fig. 102.
Fresenius Chlorabsorptionsapparat.