Druckschrift 
1 (1859)
Entstehung
Seite
307
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Dreiundvierzigstes Capitel. Schwefelwasserstoff. 307

halb gefüllt sind. Diese Flüssigkeit muss, nach vorheriger Sättigungmit Salzsäure, durch Stärkezusatz und Jodlösung geprüft werden, obsie frei von schädlichen Stoffen, Schwefelnatrium, unterschwefligsauremoder schwefligsaurem Natron ist. Alle diese Körper entfärben Jodstärke.Es muss also der erste Tropfen Jodlösung die Probe blau färben. Einemit Wasser gefüllte WoulfP sehe Flasche, c, die man auch durch jedenmessenden Gasbehälter ersetzen kann, saugt das Gas durch Ausfliessenvon Wasser an, und die in Litreflaschen (d) gemessene Menge des aus-fliessenden Wassers zeigt den cubischen Raum des durch die Aetznatron-lauge gegangenen Gases an. Man kann Wärme und Luftdruck in spe-ciellen Fällen notiren und beachten. Nachdem man die Kautschukröh-ren bis an den Apparat mit Gas gefüllt hat, verbindet man beide, öffnetden Wasserhalm an der grossen Flasche und lässt das Gas circuliren.Der luftdichten Beschaffenheit aller Verbindungen muss man sich vorherdurch bekannte Operationen versichert haben. Das Gas dringt in klei-nen Blasen durch die beiden Kölbchen und giebt auf diesem Wege sei-nen Schwefelwasserstoffgehalt vollständig ab, und zwar schon in derersten Flasche b. Als ich drei Flaschen vorgelegt hatte, waren die zweiteund dritte selbst bei sehr starkem Strom ganz frei von Schwefelwasser-stoff, und es dient also hier die zweite nur zur Sicherheit, dass kein Gasverloren gegangen ist. Man lässt das Wasser tropfenweise aus derFlasche fallen. Nachdem man 3 bis 4 Litre Wasser hat ausfliessen ge-lassen, unterbricht man die Operation und geht an die Bestimmung.

Man öffnet zuerst die letzte Flasche b\ lässt 5 CC. normalarsenig-saure Natronlösung zufliessen und übersättigt schwach mit Salzsäure.Bleibt die Flüssigkeit ungefärbt und ungetrübt, so ist kein Schwefelwas-serstoff in dieser Flasche. Man öffnet dann die erste Flasche b, lässt10 CC. Arseniklösung hinzu und übersättigt mit Salzsäure. Es wirdin den meisten Fällen ein merkbares Gerinnsel von gelbem Schwefelar-senik entstehen. War auch in der zweiten Flasche b' eine Trübung beizu raschem Durchgehen des Gases, so vereinigt man beide Flaschen,notirt aber auch die in beiden zugesetzten Mengen der Arseniklösung.Man füllt nun eine 300 CC.-Flasche mit der sauren und trüben Flüssig-keit an, und filtrirt dann ab; von dem Filtrat misst man zweimal 100 CC.Flüssigkeit ab, übersättigt schwach mit kohlensaurem Natron undtitrirt mit Stärke und Jodlösung blau, oder man filtrirt die ganzeMenge, wäscht aus, übersättigt mit kohlensaurem Natron und bestimmtwie oben.

Durch den eben beschriebenen Apparat wurden 6 Litre Wasser aus-fliessen gelassen und es waren also 6 Litre Gas durch die Absorptions-gefässe circulirt. Diese waren mit verdünntem Aetzkali gefüllt. Nur dieerste Flasche enthielt Schwefelwasserstoff, die beiden folgenden (es warendiesmal drei) blieben ganz frei davon. Es wurden 5 CC. Arseniklösunghinzugelassen und mit Salzsäure übersättigt. Es entstand ein ziemlichbedeutender flockiger Absatz von Schwefelarsenik. Das Ganze wurde

20*