Dreiundvierzigstes Capitel. Schwefelwasserstoff. 305
Es wurden nun 10 CC. Arseniklbsung mit 40 CC. Schwefelwasser-stoffwasser versetzt, und dann wie oben behandelt.100 CC. = 9,2 CC. Jodlösung,
5050
also 300CC.= "27,6 CC.
übrig, diese auf arsenigs.
M --- 4,0 „ „
■n == 4,0 „ „
Diese von 38,5 CC. abgezogen, lassen 10,9 CC.
Natron reducirt geben 2,8311 CC, und diesemit 0,00255 multiplicirt geben 0,007219 Grm. SH, also in 20 CC. zumVergleich mit obigem Eesultat, 0,003609 Grm. SH.
Zum Vergleich wurden 20 CC. Schwefelwasserstoffwasser directmit Jodlösung blau titrirt und davon gebraucht
1) unverdünnt .... 6,8 CC. Jodlösung,
2) verdünnt.....8,6 „ „
3) verdünnt und mit dop-
pelt kohlens. Natron 8,7 „ „
Diese drei abweichenden Zahlen berechnen sich zu
1) 1,766 CC. Arsen. = 0,0030022 Grm. SH,
2) 2,2338 „ „ = 0,003797 „ „
3) 2,260 „ .„ = 0,003842 „ „
Es liegt demnach die mit Fällung von Schwefelarsenik erhalteneZahl inmitten der mit directer Fällung erhaltenen Resultate. Das lei-dige Nachbleichen der direct mit Jodlösung behandelten Flüssigkeitenmacht es ganz unmöglich zu erkennen, an welchem Punkte man stehenbleiben soll und abzulesen hat. Im Allgemeinen giebt die directe Be-stimmung des Schwefelwasserstoffs mit Jodlösung höhere Resultate, alsdie Fällung mit arseniger Säure.
Vergleichen wir den inneren Werth beider Methoden, so beruhtjene von Dupasquier auf einer Voraussetzung; jene durch Fällungvon Schwefelarsenik beruht auf einer Gewichtsanalyse, da die arsenigeSäure der Normalfliissigkeit abgewogen ist, und jede Bestimmung vonarseniger Säure auf dieselbe Gewichtsbestimmung zurückführbar ist.Man könnte noch mehrere ähnliche Analysen ausdenken, welche in glei-cher Art auf eine Gewichtsanalyse gegründet wären. Beispielsweise:Wenn man das Schwefelwasserstoffwasser mit Zehend-Normal-Silberlö-sung vermischte, und im Filtrat das nicht gefällte Silber durch titrirteKochsalzlösung bestimmte; oder wenn man mit Kupferchloridlösungfällte, und den Rest des Kupfers nach einer der vielen Kupferanalysen,z. B. mit Jodkalium, bestimmte; oder wenn man mit alkalischer Bleilö-sung absorbirte, und im Filtrate den Rest des Bleies durch Chromsäureoder Kleesäure fällte und bestimmte. Aber alle diese Methoden habennicht nur keinen Vorzug gegen die Arsenikanalyse, sondern stehen nochbedeutend zurück, indem, z. B. bei Silber, eine Fällung stattfindet, dieviele Uebung und Zeit erfordert, bei Kupfer ein sehr leicht oxydirbarerNiederschlag gebildet' wird, bei Blei die Empfindlichkeit gegen atmo-sphärische Kohlensäure und eine Auswaschung hinzukommt. Es dürfteMohr's Titrirbuch. 20