Sechstindzwanzigstes Capitel. Geschichte und Wesen der Methode. 243
serfreier schwefliger Säure vier - bis fünfhundertstel Gewichtsprocentnicht übersteigt. Ist der Säuregehalt grösser, so giebt die Methode jenach dem schnelleren Eingiessen, dem vollständigeren Umschütteln wäh-rend des Mischens nicht mehr unter einander übereinstimmende Resul-tate. Die schweflige Säure muss in der nöthigen Verdünnung in sehrgrossen Massen vorräthig gehalten werden, weil man so grosse Mengenderselben zu einer Arbeit gebraucht. Zweckmässig wird sie, nach Fre-senius, in der folgenden Art bereitet und aufbewahrt. Man nehme
eine möglichst grosse Flasche vonungefähr 10 Titre Inhalt, fülle siefast mit Wasser voll, wozu auchBrunnenwasser, wenn es einmal ge-kocht worden ist, genommen werdenkann, undfüge 70 bis 80 CC. einer ge-sättigten Lösung von schwefligerSäure hinzu, schüttele tüchtig um undstelle die Flasche auf einen erhöhtenfesten Standort (Figur 94). Manverbindet die Röhre h mittelst einesvulcanisirten Kautschukrohres e mitden Röhren / und g, von welchendie Röhre g Phosphorstückchen inAsbest, die Röhre / Kalihydratenthält. Die eintretende Luft wirddadurch ihres Sauerstoffs beraubt,und die etwa verflüchtigte phospho-rige Säure oder ozonisirte Luftvom Kalihydrat zurückgehalten.
Die grosse Flasche hat nahe amBoden ein mit einem Kupfercylindergebohrtes rundes Loch, in welchemmit einem Korke eine rechtwinkliggebogene Röhre angebracht ist. Diesehat in der Mitte ein Kautschukrohr,was mit dem Quetschhahn i a ge-schlossen wird. Das Ausflussrohrgeht bei c durch einen Kork, wel-cher die Messröhre schliesst. Einedünne Glasröhre oder ein seitlicher
Fresenius' Aufbewahrung der schwefligen Saure.
Längenschnitt in den Kork lässt die Luft heraus. Das Ausflussröhrchenbei c ist etwas umgebogen, damit die schweflige Säure nicht platsche,sondern an der Röhre herabrinne. Die Messröhre ist nur von 50 zu50 CC. graduirt, was man in der Art ausführt, dass man die bis an eineMarke mit destillirtem Wasser gefüllte Röhre mittelst des unten ange-brachten Quetschhahns d b in eine benetzte auf Ausguss graduirte Mess-
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