Fünfundzwanzigstes Capilel. Kohlensäure. 103
sättigt sie Volum gegen Volum. Es kommt also daranf an, die vor-handene Kohlensäure in kohlensauren Baryt überzuführen. Dies ge-schieht in den einzelnen Fällen verschieden, immer aber sehr leicht undsicher. Ist die Kohlensäure in löslicher Verbindung mit Alkalien, sowerden diese durch eine Lösung von Chlorbaryum oder Chlorcalciumzersetzt, und sind die Alkalien doppelt kohlensauer, oder nur zum Theil,so setzt man beiden Ammoniak zu. Da das Ammoniak selbst leichtetwas Kohlensäure enthält, so lässt man dieses Gemenge aus Chlor-baryum oder Chlorcalcium und Ammoniak warm werden und absetzenoder filtrirt es in eine Flasche, die mit einer offenen Kalkröhre ver-schlossen ist (siehe Fig. 56, S. 42).
Wenn die Alkalien geradezu einfach kohlensauer sind, so ist diealkalimetrische Bestimmung auch direct eine Kohlensäurebestimmung,gerade so, wie in der Fresenius-Will'schen Methode die Bestimmungder Kohlensäure auch eine Bestimmung des damit verbundenen Alkalisist. Ich werde unten zeigen, dass auch in meiner Methode die Bestim-mungen des Alkalis und der Kohlensäure ganz gleiche Resultate liefern.
Um nun die Methode selbst zu prüfen und zu begründen, wurdenfolgende Versuche angestellt:
1 Grm. stark erhitztes chemisch reines kohlensaures Natron wurdemit Lackmustinctur versetzt und erhielt 24 CC. Normalsalpetersäure,rückwärts 5,1 CC. Natron. Es sind also verbraucht 18,9 CC. Normal-salpetersäure. Bei drei Repetitionen wurden erhalten 18,89 CC.
Berechnen wir die letzte Zahl auf kohlensaures Natron, so erhalten wir1,001 Grm. statt 1 Grm., und berechnen wir dieselbe auf Kohlensäure,indem wir sie mit 0,022 multipliciren, so erhalten wir 0,41558 Grin.= 41,558 Proc. Kohlensäure. Nach den Atomgewichten berechnet,sind darin 41,51 Proc. Kohlensäure enthalten. Dies ist jedoch nur eineBerechnung der Kohlensäure, welche sich auf die bekannte Neutralitätdes angewendeten Salzes gründet. Es wurde deshalb ferner
1 Grm. desselben trockenen kohlensauren Natrons in Wasser ge-löst, mit einem Ueberschuss von gelöstem Chlorbaryum gefällt, derNiederschlag auf einem Filtrum ausgewaschen und mit dem Filtrum indie Flasche, worin gefällt wurde, zurückgebracht. Nachdem Lackmus-tinctur zugesetzt war, wurde Normalsalpetersäure zugesetzt, und zwar24,5 CC. Die Lösung geschah vollständig und das Filtrum schwammin Stücken in der klaren, rothen Lösung herum. Es wurde nun mitNatron rückwärts titrirt und 5,7 CC. desselben gebraucht. Es sinddemnach 18,8 CC. Normalsalpetersäure gesättigt worden. Diese mit0,022 multiplicirt, geben 0,4136 Grm. Kohlensäure = 41,36 Proc. DieBerechnung verlangt 41,51 Proc.
2 Grm. desselben kohlensauren Natrons erhielten aus einer Pipette50 CC. Normalsalpetersäure und 12,4 CC. Natron; es sind also ver-braucht 37,6 CC. Normalsalpetersäure = 1,9928 Grm. kohlensaurenNatrons, statt 2 Grm.