72 Zweiter Abschnitt. Alkalimetiie.
ihn isolirt zu haben. Sind aber störende Stoffe vorhanden, so müssendiese durch analytische Operationen entfernt werden oder es wird einfalsches Resultat erhalten.
Aetzbaryt.
Der Baryt in Gestalt einer wässerigen Lösung, Barytwasser, lässtsich mit Leichtigkeit sowohl mit Kleesäure als mit Salpetersäure be-stimmen.
Man bestimmt das specif. Gewicht des Barytwassers und zieht mitder Pipette eine gewisse Anzahl CG. heraus, welche mit dem specif.Gewicht multiplicirt das absolute Gewicht des genommenen Barytwassersgeben. Auch kann man auf der Wage eine beliebige Anzahl Grammeabwägen. Z. B. 25 CC. Barytwasser bei "20° R. gesättigt, wogen 25,77
Grm. Das specif. Gewicht ist also —-— = 1,031.
Man lässt diese Menge Barytwasser oder eine beliebige andere ineine Flasche laufen, setzt Lackmustinctur hinzu und lässt nun so langeProbesäure hinzulaufen, bis die Flüssigkeit plötzlich aus Blau in Rothübergeht. . Da hierbei keine Kohlensäure vorhanden sein kann, so istder Farbenwechsel augenblicklich und sehr scharf. Wendet man Klee-säure an, so entsteht ein dicker Niederschlag von kleesaurem Baryt,der aber die Erkennung der Farbe nicht hindert. Das Gemenge ist trübblau, bis es plötzlich trüb rosenroth wird.
Wendet man Probesalpetersäure an, so bleibt das Gemenge ganzklar; es bilden sich nur einige gefärbte Flocken, welche ein Lack desFarbestoffs mit Baryt sind und die Erscheinung durchaus nicht stören.
Analysen.
1) 25 CC. des genannten Barytwassers, worin noch Krystalleschwammen, erforderten zur Sättigung in vier Versuchen 9,25 CC. und9,3 CC. Kleesäure, ferner 9,2 und 9,25 CC. Probesalpetersäure, im Mit-tel 9,25 CC. Säure.
Das Atomgewicht des Barythydrats ist 85,59, also ist 1 CC. Probe-säure = 0,08559 Grm. Barythydrat; die 9,25 CC. sind also 9,25mal0,08559 = 0,7917 Grm. Barythydrat; diese sind in 25,77 Grm. Baryt-wasser enthalten, betragen folglich 3,07 Proc.
2) 25 CC. eines bei 10° R. gesättigten Barytwassers erforderten indrei Versuchen 6,2, 6 und 6,1 CC. Säure. Da ich versäumt hatte, dasspecif. Gewicht zu nehmen, so kann ich die Berechnung nicht nach-holen. Man ersieht aber, dass die Stärke annähernd 2 / 3 von dem obigenBarytwasser sein wird.
3) 2 Grm. trockener Barytkrystalle wurden in Wasser gelöst undmit Probesalpetersäure hellroth titrirt, nachdem vorher etwas Lackmus-tinctur zugesetzt war. Der Uebergang war sehr deutlich. Es wurden12,7 CC. Salpetersäure verbraucht. Nehmen wir die Formel der Baryt-