Fünftes Capitel. Die alkalimelrische Operation selbst. 49
Es giebt aber auch viele Fälle, wo man nicht gerade ein bestimm-tes Gewicht nehmen kann, sondern den Gehalt an einem gegebenenObjecte finden will. In diesem Falle findet eine einfache Berechnungstatt nach den ursprünglichen Zahlen der Atomgewichte. Gesetzt, manhätte zu einer unbestimmten'Menge kohlensauren Kalis 45 CC. Säureverbraucht, so hat man ganz einfach den Ansatz: 100 CC. : 6,911 koh-lensaurem Kali = 45 CC: x kohlensaurem Kali, woraus x = —------'—
' 100
= 3,109 Grm. kohlensaurem Kali gefunden wird.
Um diese Proportionalrechnung in eine einfache Addition zu ver-wandeln, kann man im Voraus die Berechnung auf die neun Ziffern aus-führen. Wir wissen, dass 1000 CC. Probesäure 69,11 Grm. kohlensau-res Kali anzeigen; jeder CC. zeigt also ■ ' ■ = 0,06911 Grm. kohlen-saures Kali an. Wir erhalten also eine Tafel von folgender Gestalt:
Cubikcentimeter
Kohlen- tsäur. Kali (0,009110,13822
0,20733
I
0,48377
0,55288
0,02199
: 0,27644 0,34555 0,41400
Berechnen wir nach dieser Tafel die beispielsweise angenommenen45 CC, so haben wir
40 CC. = 2,7644 (nämlich in der Columne 4 das Komma eineStelle rechts)
-f 5 CC. sä 0,8455
macht 3,1099 Grm., wie oben.
Es ist demnach in allen Fällen die Berechnung in eine einfacheAddition verwandelt, welche eben so genau ist wie die Proportional-rechnung, wenn man die ganzen Atomgewichte in die Tafel aufnimmt.
Bei vielen anderen Analysen, wie bei den Keductions- und Oxy-dationsanalysen, der Bestimmung des Silbers, der Blausäure werdendie Flüssigkeiten zu ^io der gewöhnlichen Stärke genommen. Es kommtalso auf das Litre statt 1 Atomgewicht nur Yio -At. und auf 100 CC.nur Vjo,, At. Dies hier nur beiläufig. Solche Flüssigkeiten werdenZehend Kormal genannt.
Mobr's Titrirbuch.