2 Erster Abschnitt. Die Instrumente.
doch nur eine Wägung, wo man sonst viele zu machen hatte. Die Ge-nauigkeit der einen Normalwägung.ist in jedem mit der so bereitetenFlüssigkeit gemachten Versuche wiederholt. .Mit einem Litre Probe-säure kann man mehrere hundert Analysen machen. Die Darstellungvon zwei und mehr Litre Probeflüssigkeit erfordert aber nicht mehr Zeitund nicht mehr Wägungen als die von einem Litre. Man wägt also,wenn man Zeit und Müsse hat, im Voraus, und gebraucht die Wägun-gen, wenn man arbeitet.
Die Entscheidung über die Vollendung einer Operation wird aufsichtbare Erscheinungen gestützt. Es ist entweder die Veränderungeiner Farbe, wie bei der Alkalimetrie, das Entstehen eines Niederschlags,wie bei der Cyanbestimmung, das Aufhören der Bildung eines Nieder-schlags, wie bei der Silber- und Chlorbestimmung, das Eintreten einerFarbe, wie beim Chamäleon minerale, der Jodbestimmung und ähnliche.Diese Kriterien sind nicht alle gleich an Werth, und um so besser, jeweniger sie eine Unsicherheit lassen und je stärker die Erscheinung beieiner kleinen Menge zugesetzter Flüssigkeit eintritt. Das Aufsuchenneuer brauchbarer Erscheinungen ist eine Aufgabe der mit diesen Ar-beiten beschäftigten Chemiker.
Bei jeder Arbeit aber werden gewisse Werkzeuge gebraucht, mit-telst derer man die titrirte Flüssigkeit in die zu untersuchende bringt.Da man hierbei immer eine Zersetzung bis an ihre Grenze führt, undnicht, wie in der gewöhnlichen Analyse, mit Ueberschüssen des Fällungs-mittels arbeitet, so müssen diese Werkzeuge ein sehr bestimmtes tropfen -weises Ausgiessen gestatten. Die verschiedenen dazu benutzten Instru-mente werden im folgenden Capitel behandelt werden.
Zweites Capitel.
Die Bürette.
Von den verschiedenen in Anwendung gebrachten Büretten scheintmir die von mir angegebene Quetschhahn-Bürette die meisten Vortheilezu vereinigen. Ein längeres Arbeiten mit diesem Instrumente und einabsichtliches öfteres Uebergehen zu anderen bekannten Formen hat dieseAnsicht nur bestätigt. Es hat sich diese Bürette auch des Beifalls vonLiebig, Wöhler und vielen anderen in diesen Arbeiten geübtenChemikern zu erfreuen gehabt. In Fig. 1 ist das untere Ende der Bü-rette mit der Klemmvorrichtung in natürlicher Grösse abgebildet, inFig. 2 erscheint die ganze Vorrichtung in einer einfachen Aufstellung.
Auf einer Platte von Holz, oder noch besser aus Porzellan oderglasirtem Fayence, um die Farbenveränderungen gegen die weisse Un-terlage besser sehen zu können, steht eine eiserne polirte Stange, vonunten mit einer Mutter angeschraubt, welche die Bürette trägt. An das