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1 (1875)
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Der Kehlkopf.

I

gleichzeitig zusammen. Dann wirken ihre drehenden Componenlen ein-ander entgegen. Ausser der drehenden Componentc haben beide Muskelneine Componente, welche nach abwärts zieht, die also in beiden Muskelngleichsinnig wirkt. Die Gelenkfiäche, auf welcher der Giessbeckenknorpclsteht, ist nach der Seite hin abschüssig, und indem die beiden Muskelnzusammenwirken und an dem Processus muscularis nach abwärts ziehen,wird jeder Giessbeckenknorpcl auf dieser abschüssigen Gelenkfiäche nachaussen und nach abwärts geschleift und so beide von einander entfernt.Zugleich überwiegt nun der stärkere Crieoarytaenoideus posticus mitseiner drehenden Componente, wendet den Processus vocalis nach aussen,und so wird die Stimmritze auf ihr Maximum erweitert. Wenn also dieArytaenoidei transversi und obliqui zusammengezogen sind und derCrieoarytaenoideus posticus und lateralis abwechselnd wirken, so ist dererstere der Oeffner, der letztere der "Verschlicsser der Stimmritze, wennaber die Arytaenoidei transversi und obliqui erschlafft sind und derCrieoarytaenoideus posticus und lateralis, wie beschrieben, zusammen-wirken, so bewirken sie eine Erweiterung der Stimmritze, wie sie beimfreien Einathmen statt hat.

Ausser diesen Muskeln, deren Mechanik ich Ihnen bisher aus-einandergesetzt habe, sind noch am Kehlkopfe mehr oder weniger incon-stante Muskeln zu erwähnen; erstens ein Musculus thyreoarytaenoideussuperior, der die drehende Wirkung des crieoarytaenoideus lateralis unter-stützt, dann zwei Museuli thyrcoepiglottici, Partien von Muskelfasern,welche vom Schildknorpel aufsteigen, sich an die vordere Seite und denRand des Kehldeckels anheften und denselben heim Verschluss des Kehl-kopfs, und wenn die M. arycpiglottidei wirken, nach abwärts ziehen,und ihn so auf die falsche Stimmritze herunterdrücken helfen. Dannexistirt noch ein M. ericoceratoideus, dessen Wirkung man nicht näherkennt, ein kleiner inconstanter Muskel, der nach aussen vom M. cri-eoarytaenoideus posticus entspringt und an das absteigende Hörn desSchildknorpels sich ansetzt.

Die innere Auskleidung des Kehlkopfes bildet eine Schleimhaut,welche mit Flimmerepithelium überkleidet ist. Dieses beginnt an derhinteren Eläche des Kehldeckels und kleidet den ganzen Kehlkopf ausmit Ausnahme der wahren Stimmbänder, welche ein Pfiasterepitheliumtragen. In der Schleimhaut des Kehlkopfes liegt eine grosse Menge vonSchleimdrüsen, welche nach demselben Typus gebaut sind, wie dieSchleimdrüsen, welche wir im Oesophagus und in der Mundhöhle kennengelernt haben. Da, wo die Schleimhaut durch lockeres Bindegewebevon ihrer Unterlage getrennt ist, liegen die Körper der Drüsen in diesemBindegewebe und durchbohren die Schleimhaut mit ihren Ausführungs-gängen. In der Epiglottis liegen die Körper der Drüsen in dem Faser-knorpel selbst, welcher die Epiglottis bildet, und darauf beruht es, dasswenn man die Epiglottis macerirt, sie hinterher wie mit einer Nadeldurchprickelt erscheint. Die Löcher, welche hier entstehen, sind dieLücken, in welchen während des Lebens die Schleimdrüsen gelegen haben.

Ueber den wahren Stimmbändern bildet die Schleimhaut ein Paargrosse von vorn nach hinten gerichtete Falten, welche unter dem Namender falschen Stimmbänder bekannt sind. Zwischen ihnen und den wahrenStimmbändern befindet sich der Eingang in die Morgagni'sehen Ventrikel,