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1 (1875)
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451
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Pfianzenbewegungon.

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Wie kommt diese Erschlaffung zu Stande ? Wenn man die untereSeite des Wulstes beobachtet vor der Reizung und nach derselben, sosieht man, dass sich ein auffallender Farbenwechsel vollzieht. Die untereWulstseite ist vor der Eeizung hellgrün, nach der Reizung dunkelgrün.Wir haben gar keinen Anhaltspunkt dafür, anzunehmen, dass das Chloro-phyll seine Farbe plötzlich verändern könne, wir können also diesenUnterschied nur herleiten davon, dass einmal Luft in den Intercellular-räumen, welche hier namentlich gegen die Axe hin sehr stark entwickeltsind, enthalten sei, und das andere Mal Flüssigkeit. Das ist eine unsbekannte, häufige Ursache der verschiedenen Färbung verschiedenerPflanzentheile. Wir wissen, dass, wo sich grosse mit Luft gefüllte Inter-cellularräume finden, die Farbe relativ hell ist, weil beim Uebergangedes Lichtes aus den festen und flüssigen Theilen in luftförmige undumgekehrt viel Licht refleetirt wird: dass dagegen da, wo solche Luft-räume nicht vorkommen, wo die Zellen entweder unmittelbar an einandergefügt, oder die Zwischenräume zwischen ihnen mit Flüssigkeit gefülltsind, die Farbe relativ dunkel ist, weil dann die Reflexionen wenigerwirksam sind. Wo kommt aber die Flüssigkeit her, welche sich in dieIntercellularräumc hineindrängt ? Sie kann nicht gut anderswo als ausden Zellen herkommen, und mit ihrem Uebertritte in die Intercellular-räume muss eine Erschlaffung des Gelenkwulstes zusammenhängen; dennes ist klar, dass, wenn erst die ganze Flüssigkeit sich in den Zellen be-findet und in den Intercellularräumen Luft, die Zellen dann praller ge-füllt sein mussten, als sie es sind, nachdem sie so viel Flüssigkeitabgegeben haben, dass sie die ganzen Intercellularräume damit anfüllten.Was kann aber die Ursache sein, dass die Flüssigkeit aus den Zellen indie Intercellularräume übergeht ? Ich kann den Uebertritt local bewirkthaben dadurch, dass ich an die untere Wulstseite angerührt habe: dennhier befinden sich sueculente Zellen unmittelbar unter der Oberfläche,die, wenn sie einen Druck erleiden, einen Theil ihrer Flüssigkeit in dieIntercellularräume abgeben müssen. Die Flüssigkeit aber, welche in dieIntercellularräume eintrat, konnte bewirken, dass auch alle übrigenZellen einen Theil ihrer Flüssigkeit abgaben und zwar aus folgendemGrunde. Denken Sie sich eine Röhre unten mit einer porösen Scheide-wand geschlossen; denken Sie sich ferner in dieselbe Wasser gegossen,so können Sic den Druck desselben bis zu einer beträchtlichen Höhetreiben, ohne dass es durch den porösen Verschluss hindurchgeht, solange sich unter demselben Luft befindet. Wenn Sie aber dann dasuntere Ende der Röhre mit seinem Verschlusse in ein Gefäss mit Wasserstellen, so beginnt die Filtration in Folge der Druckdifferenz zwischendem Wasser innerhalb der Röhre und dem ausserhalb der Röhre. Ganzdasselbe muss mit dem Zelleninhalte stattfinden. So lange in den Inter-cellularräumen Luft ist, tritt die Flüssigkeit aus den Zellen relativschwer in die Intercellularräume, und es kann deshalb in ersteren eineziemlich hohe Spannung erreicht werden: wenn aber einmal die Aussen-wändc benetzt sind, so tritt die Flüssigkeit relativ leicht in die Inter-cellularräume hinein, so dass, wenn ein Saftaustritt an irgend einerStelle des Wulstes erfolgt, sich der Process wie ein Lauffeuer durchden ganzen Wulst verbreitet.

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