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1 (1875)
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449
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stiele in ihrer Stellung erhalten, und dass von ihnen die Bewegungenausgehen. Wenn man ein solches Gelenkstück näher untersucht, so findetman in der Mitte das Gefässbündel und zwischen demselben und deräusseren grünen Rinde eine Schicht von sehr sueculenten Zellen, die aufder oberen, auf der unempfindlichen Seite des Gclcnkwulstes verhältniss-mässig dickwandig, auf der unteren Seite verhältnissmässig dünnwandigsind. Wenn man einen solchen Gelcnkwulst quer durchschneidet, so ziehtsich auf beiden Seiten ein Trichter ein. Es ist schon a priori sehr un-wahrscheinlich, dass dies von einer Contraction des Gefässbündels her-rühre, denn wie sollte ein solches Gefässbündcl sich contrahiren können?Es ist viel wahrscheinlicher, dass vom Hause aus eine Spannung statt-findet zwischen den sueculenten Zellen des Gelenkwulstes und dem Gcfäss-bündel; so dass also, wenn man durchschneidet, der zellige Theil sichin der Eichtung der Längsaxe auszudehnen sucht, während dasGefässbündel sich nicht über seine frühere Länge verlängern Fig. 46.kann. Dass dem wirklich so sei, davon kann man sich leichtüberzeugen. Man schneidet das mittlere Stück des Gelenkwulstesaus. Fig. 46 zeige den Querschnitt des Gclenkwulstes vergrössert,o sei das in der Axe liegende Gefässbündel. Die geführtenSchnitte seien a c und & d, so dass das Mittelstück ab d c isolirtwird. Dasselbe hat dann von der Fläche gesehen die Gestalt Fig. 47,weil sich der zellige Theil vorgedrängt und so an beiden Enden einenTrichter gebildet hatte. Nun schneidet man das Stückdurch die Schnitte m n und op (Fig. 47) an beiden Seiten Fig. n.

rechtwinklig ab, so dass man jetzt ein rechteckiges Stück j

mnp b hat, in welchem sich in der Mitte das Gefässbündelund zu beiden Seiten die Wulststücke befinden. Jetztspaltet man das Ganze der Länge nach, so bekommt manzwei Stücke, welche sich sofort bogenförmig krümmen, sodass entweder die äussere epidermoidale Seite länger, oder die Seite desGefässbündels kürzer geworden sein muss. Was von beiden stattgefundenhat, kann man leicht ermitteln, wenn man vorher die Länge des Gefäss-bündels gemessen hat und nun an beiden Seiten der Stücke die Grösseder Sehnen und der Sinus versus misst, und auf diese Weise die Längeder Bögen berechnet. Man findet dann, dass das Gefässbündel seineLänge behalten, dass aber die epidermoidale Seite des Stückes sich aus-gedehnt hat. In der lebenden Pflanze befindet sich also der Gelcnkwulstin einer steten Spannung gegenüber dem Gefässbündel, welches in derAxe liegt. Es ist als ob man durch ein durchbohrtes Kautschukstückeinen unausdehnsamen Draht hindurchgezogen und nun mittelst einerSchraubenmutter an dem Ende des Kautschukstückes dasselbe zusammen-gepresst hätte, wie man die Kautschukstöpsel auf Bier- und Weinflaschenzusammenschraubt, um ihnen einen besseren Verschluss zu geben. Wennalso ein Blattstiel seine Lage verändert, so kann dies geschehen, indemdie Spannung in der oberen Wulsthälfte stärker wird, oder dadurch,dass die Spannung in der unteren schwächer wird, oder endlich dadurch,dass beides zugleich geschieht.

Wir wollen zuerst untersuchen, ob bei der Beizung das Gelenkschlaffer oder straffer wird. Das kann man auf folgende Weise ermitteln.

Brücke. Vorlesungen. I. 2. Aufl. 29