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1 (1875)
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Veränderungen des Harns ausserhalb dos Körpers, Sedimente.

Harns auf diesem Wege und nur auf diesem Wege abgesondert, werden,und die Glomeruli nur die Quelle des Wassers, beziehungsweise desWassers und der Salze seien. Es ist z. B. im höchsten Grunde unwahr-scheinlich, dass eine so leicht diffundirbare Substanz wie der Harnstoffniobt in äbnlichem proccntischcm Verhältniss, wie ihn das Blut enthält,mit dem Wasser in die Malpighi'schc Kapsel ahfiltrirt werden sollte undweder in Heidenhain's Versuchen noch in anderen liegt ein Grund,dies zu verneinen. Dass man dergleichen Schlüsse aus Heidcnbain'sResultaten nicht ziehen darf, haben aueb die Versuche von v. Wittichgezeigt, der fand, dass sich die Glomeruli und der Inhalt der Harnkanäle,aber nicht die Epithelzellen derselben roth färben, wenn man karmin-saurcs Ammoniak ins Blut einspritzt.

Veränderungen des Harns ausserhalb des Körpers, Sedimente.

Der Harn wird, wie wir gesehen haben, in der Regel mit saurerReaction gelassen. Wenn man ihn an einem nicht zu warmen Orte auf-bewahrt und von Zeit zu Zeit seine Reaction prüft, so wird man be-merken, dass dieselbe stärker sauer wird. Das dauert je nach derTemperatur mehrere Tage, es kann, wenn der Harn im Keller oder imWinter im ungeheizten Zimmer aufbewahrt wird, 8 bis 10 Tage dauern:es ist die sogenannte saure Harngährung. Die Säure, die sich hier bildet,ist Milchsäure. Man leitete dieselbe früher von der Zersetzung einesPigmentes ab, dessen Umwandlung in Milchsäure aber niemals nach-gewiesen wurde. Es ist viel wahrscheinlicher, dass die kleinen Mengenvon Zucker, welche der Harn enthält, die Quelle der Milchsäure sind.Es ist eine bekannte Thatsache, dass kleine Mengen von Zucker, welchemit grösseren Mengen von anderweitigen Substanzen, namentlich stick-stoffhaltigen, gemengt sind, nicht die Alkoholgährung, sondern die Milch-säuregährung eingehen. In ähnlicher Weise wie man im Harne die saureGährung beobachtet, kann man auch die saure Gährung in einer ver-dünnten Lösung von Hühnereiwciss beobachten. Auch Hühnerciwcissenthält immer eine kleine Quantität Zucker. Wenn man dasselbe mitWasser verdünnt, neutralisirt und an einem kühlen Orte aufbewahrt, sodass es nicht fault, so bemerkt man, dass es nach und nach saureReaction annimmt.

Nach längerer Zeit und um so früher, je höher die Temperaturist, in welcher der Harn steht, um so früher ferner, je mehr dem HarneSchleim, Eiter beigemengt sind, wird die Reaction alkalisch. Es beruhtdies darauf, dass unter dem Einflüsse eines fauligen Zersetzungsproccssesder Harnstoff in Kohlensäure und Ammoniak zerfällt. Es ist die soge-nannte alkalische Harngährung oder die Fäuluiss des Harns. Erst jetztnimmt der Harn den stinkenden Geruch nach kohlensaurem Ammoniakan, den er im frischen Zustande durchaus nicht hat.

Während dieser verschiedenen Perioden treten häufig Niederschlägein dem ursprünglich klaren Harne auf. Mancher Harn, namentlich Harnvon Fieberkranken in einem gewissen Stadium, dann Harn von Menschen,welche sich grossen Anstrengungen unterzogen, einen anstrengendenMarsch gemacht, eine Nacht durch getanzt haben, scheidet beim Erkaltenein Sediment aus, das anfangs gelblichweiss ist, sich aber .später röthlich