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1 (1875)
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Der*"Zucker im Harne.

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Leider aber -werden seine Vorzüge aus dem obenerwähnten Grunde fürunseren Zweck auch illusorisch. Beim Polaristrobometer wird auf dasVerschwinden eines Systems von Interferenzstreifen eingestellt, das durchdoppelbrechende Platten hervorgebracht ist. Die Rechnung ist ganz so,

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wie bei dem Mitscherlich'schon Instrumente, und in der Pormel »== —

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bedeutet wiederum a den abgelesenen Drehungswinkel und l die Länge derFlüssigkeitssäule in Deoimetern ausgedrückt.

Ich muss schliesslich noch bemerken, dass die optische Methodeüberhaupt nur brauchbar ist für die quantitative Bestimmung von grösserenMengen von Zucker. Für die quantitative Bestimmung von kleinen Mengenvon Zucker, wie sie auch im normalen Urin vorkommen, ist sie viel zustumpf; dergleichen kleine Mengen sind mit dem Polarisationsapparateüberhaupt nicht wahrnehmbar.

Wir kommen nun zu der chemischen Bestimmung des Zuckers nachdem Principe der Trommer'schen Probe, das heisst durch Boduction vonKupferoxydsalzen zu Kupfcroxydul. Bas gewöhnliche Verfahren ist dasFehling'sche. Es besteht in Folgendem: Man mischt eine ProbeÜüssigkeitaus schwefelsaurem Kupferoxyd, Wasser, Natronlauge und weinstein-saurem Kalinatron. Das letztere wird, wie ich schon früher erwähnthabe, zugesetzt, um das sich sonst ausscheidende Kupferoxydhydrat inLösung zu erhalten. Von dieser vorher titrirten Probeflüssigkeit bringtman eine gemessene Portion in einen kleinen Kolben, erhitzt diesenüber der Spirituslampe und lässt nun von dem zu untersuchenden Harneaus einer Bürette in kleinen Quantitäten hincintröpfeln, bis sich dieFlüssigkeit vollständig entfärbt hat, liest dann die Bürette ab und sieht,wie viel man von dem Harne verbraucht hat, um alles Kupfer in dergemessenen, titrirten Flüssigkeit zu reduciren. Es ist aber sehr schwergerade den Punkt zu treffen, bei welchem alles Kupferoxyd reducirtund doch noch kein überschüssiger Harn hinzugesetzt ist. Ich habedeshalb schon im Jahre 1860 in der allgemeinen Wiener medizinischenZeitung ein anderes Verfahren veröffentlicht, bei welchem die Probe-flüssigkeit in einer blossen Lösung von schwefelsaurem Kupferoxyd be-steht, also auch niemals der Verderbniss ausgesetzt sein kann, sichJahre lang unverändert erhält.

Man bereite eine Lösung von Kupfervitriol in destillirtem Wasser,die 5,784 Gramme Kupferoxyd im Liter enthält.

Man versetze dann von dem zu untersuchenden Harn 250 Com.mit 10 Ccm. verdünnter Salzsäure und lasse zur Abscheidung der Harn-säure 36 Stunden stehen; dann filtrire man.

Man messe in die Eeagirgläser . . I IIaus einer Quetschhahnburette an Kupferlösg. 3 4dann von dem filtrirten Harn .... 3 2füge zu allen einen reichlichen Ueberschuss von Aetzkalilösung, erwärmeund verkorke.

Es sind nun zwei Fälle zu unterscheiden, in denen man sich inverschiedener Weise zu verhalten hat.

Wir setzen zunächst den Fall, dass durch das Erwärmen keinesder Gläser seine blaue oder grüne Farbe vollständig gegen Gelb oder

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