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1 (1875)
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Die Resorption.

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eiweiss, welches in grossen Stücken in den Magen hineingebracht wird,im Allgemeinen als schwer verdaulich, weil es durch die Wirkung desMagensaftes allmälig von der Oberfläche her aufgelöst worden muss.Auch das Fleisch muss der Wirkung des Magensaftes unterliegen, zunächstdamit das Bindegewebe verdaut wird, welches dasselbe zusammenhält,und dann ein Thcil der Eiweisskörper, während ein Theil der Muskel-fasern noch in den Dünndarm übergeht und hier weiter verändert wird.Es muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Bindegewebe indem Zustande, in welchem wir es geniessen, im gekochten oder gebra-tenen Zustande, wo es doch immer vorher der Hitze ausgesetzt wordenist, leichter der Verdauung unterliegt als die Muskelfasern selbst. Damithängt es offenbar zusammen, dass Leute, welche kein Fleisch mehr ver-tragen, noch andere eiweissartige Substanzen, z. B. Hirn oder Thymus,vertragen können. Ich habe einen alten Mann von 81 Jahren gekannt,der übrigens vollkommen gesund war, der aber kein Fleisch mehr ver-dauen konnte. Um sich die Fleischnahrung nicht gänzlich zu entziehen,wechselte er fortwährend mit Hirn, Thymus, weicher Geflügelleber u. s. w.Er verdaute eben das durch die Zubereitung schon halb in Leim um-gewandelte Bindegewebe dieser Substanzen und konnte dann auch einenTheil der nun in sehr fein vertheiltem Zustande in seinem Darmkanalebefindlichen Eiweisskörper zur Eesorption bringen. Vor Allem muss manfesthalten, dass es wesentlich die Magenverdauung ist, welche so zusagen zunächst die gröbste Arbeit an der Fleischnahrung thut, und dasist auch offenbar der Grund, weshalb thierische Nahrung, namentlichthierische Nahrung im compacten Zustande, Fleisch in Stücken, inkrankhaften Zuständen, namentlich in fieberhaften, nicht vertragen wird,wo Kohlehydrate oft noch leicht vertragen werden, und wo Eiweiss-körper im fein vertheilten Zustande, z. B. das Eidotter, Milch u. s. w.,auch noch vertragen und verdaut werden.

Die Resorption.

Was wird nun von den Nahrungsmitteln resorbirt? Die Fettewerden grösstentheils in Substanz und in Gestalt einer Emulsion resorbirt.Wir haben gesehen, dass nur ein sehr kleiner Theil derselben zersetztwird, Seifen bildet, und dass diese Seifen als Mittel dienen, um dasUebrige noch unzersetzte Fett in Emulsion überzuführen und zur Besorp-tion zu bringen. Wir werden sehen, dass wir den Weg der einzelnenFetttröpfchen vollständig verfolgen können.

Von den Kohlehydraten werden resorbirt der Zucker, welchen wirim Chylus und im Blute nachweisen können; es werden resorbirt milch-saure Salze, indem die gebildete Milchsäure sich im Dünndarme mit dendort zur Disposition stehenden Basen verbindet und leicht lösliche milch-saure Salze bildet. Es wird wahrscheinlich auch Dextrin, namentlichAchroodextrin resorbirt, es fehlt darüber aber an einer entscheidendenUntersuchung, weil man, um die Dextrine im Chylus nachzuweisen,grössere Mengen von Material gebraucht, und es grosse Schwierigkeitenhat, sich grosse Mengen von reinem Chylus zu verschaffen. Das Achroo-dextrin ist an sich schwer nachweisbar, und das Erythrodextrin istdeshalb als Bestandtheil thierischer Organe und thierischer Flüssigkeiten