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1 (1875)
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335
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Das Pankreas und sein Sccret.

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besonders eigne, um eine Emulsion hervorzubringen; aber die Sache hatoffenbar noch einen andern Grund. Bernard, der diese merkwürdigeEigenschaft des Pankreassaf'tcs zuerst bemerkt hat, hat nachgewiesen,dass der Pankrcassaft auch leicht zersetzbare Ectte zersetzt, so dassFettsäuren gebildet werden. Im Kleinen kann man den Versuch folgcnder-massen anstellen. Man löst ganz frische und säurefreie Butter in Aetherauf, mit dieser ätherischen Lösung tränkt man ein Stück Pankreasgewebe.Man lässt nun den Aether verdunsten, fügt etwas Wasser hinzu undlegt das Stückchen Pankreasgewebe, nachdem man eine kleine Quantitätblauer Lakmustinctur hinzugefügt hat, zwischen zwei Glasplatten mitineinander verschraubten Fassungen, wie man sie als sogenannte Quetscherbei mikroskopischen Arbeiten braucht. Man bemerkt nach kurzer Zeit,dass sich in der Lakmustinctur um das Stück Pankreasgewebe herumein rother Hof bildet. Bernard hat sogar vorgeschlagen, dies als Reagensauf Pankreasgewebe anzuwenden, indem er kein anderes Drüsengewebefand, welches diese merkwürdige Veränderung in den Fetten hervorruft.Er hat dann diese Versuche im Grossen angestellt und hat sieh über-zeugt, dass hier Buttersäure gebildet wird. Man hat aber lange nichtgewusst, was man mit dieser merkwürdigen Eigenschaft des Pankreas-gewebes anfangen solle. Denn die Fette werden bei Weitem der Haupt-masse nach, wie wir dies später ausführlich sehen werden, nicht imzerlegten, sondern im unzersetzten Zustande, nur im mechanisch feinvertheilten Zustande, als Emulsion resorbirt. Man kann Schritt für Schrittdie ganze Resorption des Fettes verfolgen. Es gibt kaum in der Phy-siologie etwas so Klares, etwas so Einfaches, wie die Resorption des Fettes.Man findet in den Chylusgefässen das neutrale Fett wieder, man findet,dass es auch in das Blut übergeht, nachdem ein grosser Theil desselbenvon den Lymphkörperchen, beziehungsweise Chyluskörperchen, auf-genommen worden ist. Erst in diesem, erst im Blute wird es weiterzerlegt, wie es scheint, indem es zunächst einem laugsamen Verseifungs-processe unterliegt. In neuerer Zeit hat es sich indessen gezeigt, dassdoch die theilweise Zerlegung des Fettes, welche im Darm durch denPankreassaft bewerkstelligt wird, wenn sie sich auch nur auf einen sehrkleinen Theil des Fettes erstreckt, einen sehr wesentlichen Nutzen hat.Man reinige Olivenöl vollständig von allen Fettsäuren. Zu dem Endesetzt man so viel Barytwasser hinzu, dass dadurch nur ein kleiner Theildes Fettes zerlegt werden könnte. Man rührt dann in der Wärme durch.Das Barium-Hydroxyd greift das Fett nicht an, so lange nicht alle freienFettsäuren gebunden sind. Man lässt erkalten. Die gebildeten Baryt-seifen senken sich in die untere wässerige Schicht und oben kann mannna das säurefreie Oel abhoben. Wenn man solches Oel mit einer Lösungvon kohlensaurem Natron oder von Borax schüttelt, so erhält man keineEmulsion, das Oel trennt sich wieder vollständig in einer zusammen-hängenden Schicht. Wenn man aber denselben Versuch mit Oel macht,so wie man es kauft, wo es immer eine, wenn auch nur kleine Quantitätvon Fettsäuren enthält, und schüttelt dieses mit einer Lösung vonkohlensaurem Natron oder Borax, so entsteht gleich nach dem erstenAufschütteln eine dichte und haltbare Emulsion. Das ist so sieher, dassman dies als Probe anwenden kann, ob ein Oel wirklich frei von Fett-säuren ist oder nicht. Es hängt damit zusammen, dass das kohlensaure