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1 (1875)
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Bas Pankreas und sein Secret,

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Das Pankreas und sein Secret.

Das Pankreas wird gewöhnlich als eine acinöse Drüse beschrieben.Es ist dies aber auch nicht im stricten Sinne des Wortes zu nehmen.Das Pankreas ist nicht etwa eine acinöse Drüse, wie die Meibom'schenDrüsen, auch nicht wie die Talgdrüsen es sind. Es hat einen verzweig-ten Ausführungsgang, an welchem dann wieder Drüsenschläuche sitzen,die ebenfalls verzweigt sind und mit länglichen Kolben endigen, welchesehr verschieden und unregelmässig gestaltet sind. Sie sind in neuererZeit von Latschenberger wieder untersucht worden. Sie sind so an-einander gelegt, dass eine möglichst vollständige Eaumerfüllung erzieltwird, da nur wenig Bindegewebe zwischen ihnen liegt. Daraus gehtschon hervor, dass sie nicht beerenförmig, auch nicht ellipsoidisch seinkönnen, sondern dass sie ihrer Gestalt nach sehr verschieden sind. ImAllgemeinen sind es Kolben oder längere Schläuche, welche sich zu andernzusammensetzen, die dann in einen Ausführungsgang einmünden. DieEnchymzellen der secernironden Partie der Drüse sind nach Latschen-bergers Untersuchungen nackte Zellen mit einem sueculenten Proto-plasmaleibc. In der Mitte lassen sie in den Schläuchen und Kolben einencentralen Gang. Wenn man vom Ausführungsgange des Pankreas aus dasPankreas injicirt, bekommt man demnach ein dendritisches Gezweige,welches mit seinen letzten Enden in den Endkolbcn steckt. Es ist hierein Netzwerk von Gängen beschrieben, welches angeblich die einzelnenSecretionszellen des Pankreas umspinnen soll. Dieses Netzwerk existirtaber als selbstständigcs Gebilde nicht, sondern es erscheint nur an vomAusführungsgange aus injicirten Drüsen dadurch, dass die Injectionsmassenicht nur in den centralen oder richtiger axialen Kanal, sondern auchnoch in die Zwischenräume zwischen den Secretionszellen eindringt, wiedies Latschenberger ausführlich nachgewiesen hat. Bei dem Ueber-gange der secernirenden Partie in den Ausführungsgang ändert sich dasEpithel, so dass die Zellen flach und in die Länge gezogen werden undin diesem Charakter nun die Ausführungsgänge auskleiden, bis in denstärkeren ihre Höhendimension wieder zunimmt, so dass sie sich inCylinderzellen umgestalten.

Der Pankreassaft, das Secret des Pankreas, ist eine eiweisshaltigeFlüssigkeit, eine Flüssigkeit, welche, je coneentrirter sie ist, um so mehrlösliches und auch fällbares Eiweiss enthält, alkalisch reagirt und eineKeihe merkwürdiger Wirkungen ausübt, über welche die chemische Unter-suchung des Secrets bis jetzt nur noch sehr unvollständigen Aufschlussgegeben hat. Der Pankreassaft hat zunächst die Wirkung, Stärke inDextrin und Zucker umzusetzen und zwar in einem solchen Grade, wiesie kein anderer Verdauungssaft besitzt. Bei der Temperatur des mensch-lichen Körpers und selbst bei der gewöhnlichen Temperatur bringt erdie Umwandlung der Stärke in Dextrin und Zucker in verhältnissmässigsehr kurzer Zeit zu Stande. Stärkekleistcr wird in kurzer Zeit so voll-ständig verändert, dass das Jod keine blaue und auch nicht einmal mehreine rothe Färbung gibt. Der Pankreassaft wirkt auch auf das Achroo-dextrin, er setzt auch das Achroodextrin noch kräftig in Zucker um,während wir gesehen haben, dass die Diastase auf das Achroodextrin