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(jrundzüge der thieriscken Organisation.
Grundzüge der thierischeu Organisation.
Als das Mikroskop zuerst die Wunder eiuer bis dahin unsichtbarenThierwelt erschloss, da konnten sich einige Beobachter dem Glaubenhingeben, dass die kleinen Wesen, welche man mir unter dem Mikroskopsah, und . welche man damals noch ziemlich unterschiedlos mit demNamen der Infusionsthierchen bezeichnete, noch ebenso complicirt gebautseien, wie die höheren Thiere. Ja man scheute sich uicht auszusprechen,dass ein Infusionsthierchen ebenso complicirt und in seiner Art ebensohoch organisirt sei, wie ein Elephant. Wenn es nun auch sicher richtigist, dass diese mikroskopischen Thierchen noch eine reichhaltige Or-ganisation haben, wenn es auch richtig ist, dass ihre Organisation weitüber das hinausgeht, was wir jetzt mit unseren besten Mikroskopensehen; so würde es doch andererseits sicher ein Irrthum sein, wenn manglaubeu wollte, dass die Art von complioirter Organisation, wie wir siegerade an höheren Thieren finden, sich bei den niederen Thieren wieder-holen müsste; mit anderen Worten, dass ein solches niederes Thier einAtheniorgan, eine Leber, ein Centralnervensystem, ein Herz u. s. w.haben müsste, wie es die höheren Thiere haben. Die Einrichtungen desOrganismus der höheren Thiere sind zum Thcil wesentlich an diegrösseren Dimensionen geknüpft und würden bedeutungslos werden ineinem sehr kleinen Organismus, gerade so, wie Eisenbahnen, Telegraphen,Markthallen u. s. w., bedeutungslos sein würden für eine Insel in derSüdsee von '/.,„ Quadratmeile Flächeninhalt, die sich als selbstständigerStaat constituirt hätte.
Die niedrigsten Organismen, welche wir kennen, sind die Khizopoden,und unter ihnen sind es wieder die Amöben, welche uns deshalb besondersinteressiren, weil sie ganz analog denjenigen Elementarorgauismen, oder,wenn Sie wollen, Partialorganismen, organisirt sind, aus welchen sich diehöheren Wirbelthiere und der Mensch aufbauten, und welche man mitdem Namen der Embryonalzellen belegt. Eine solche Amöbe ist ein kleines,weiches Gebilde, ein Gebilde von sehr geringer Consistenz. Wenn ichsagen würde ein gallertartiges Gebilde, würde ich damit nicht einmal dasRichtige ausdrücken, indem nur die abgestorbene Amöbe gallertartig ist,da nur die abgestorbene Amöbe eine bestimmte Gleichgewichtsgestalt hat,wie ein Gallcrtfiöckchen, während die lebenden Amöben, wie schon ihrName andeutet, ihre Gestalt wechseln, sich platt ausbreiten, lange Fort-sätze ausstrecken, diese wieder einziehen, kurz die verschiedenartigstenFormen annehmen. In vielen von ihnen findet sich in der Mitte einrundliches Gebilde, das man mit dem Namen des Kernes bezeichnet.Man kennt indessen auch kernlose Amöben. Abgesehen von diesem undkleinen Körnchen, die sich in der weichen Masse ihres Leibes, imsogenannten Protoplasma, der Sarkode, vorfinden, unterscheiden wir mitdem Mikroskope nichts von einer Organisation. Wir können auch sichersagen, dass den Amöben schon das abgeht, was wir sonst als erstesAttribut der Organisation finden, nämlich eine Nahrungshöhlo. Wir könnendies deshalb sagen, weil wir unter unseren Augen sehen, wie die Amöbesich ernährt. Sie ernährt sich so, dass sie ihren weichen Körper um denGegenstand, mit dem sie sich ernähren will, gewissermassen herumgiesat,in dieser Lage so lange verharrt, bis sie dem Körper die resorbirbaren