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1 (1875)
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62
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Leuchten toilter Thierkörper.

Leuchten todter Thierkörper.

Thierc, welche während ihres Lebens nicht leuchten, können nachdem Tode leuchtend werden. Es ist bekannt, dass man in Seestädtennicht selten den Wegwurf von Fischen leuchten sieht. Man hat auchbeobachtet, dass Fische und, nach den Angaben von Hulme, auch jungeKaulquappen leuchtend werden, wenn man sie in Salzwasser oder inGlaubersalzlösung aufbewahrt. Aber auch Fleisch von anderen Thierenhat man leuchtend werden gesehen. Es existiren schon ältere Beobach-tungen darüber von Fabricius ab Aquapedente, von Boyle und vonAnderen. 1780 wurde einmal einem Fleischer in Orleans alles vorräthigeFleisch leuchtend. Nach Astlcy Coopor und Applcton wurde eineübrig gebliebene Extremität von einer 16 Tage früher auf die Anatomiegelangten Leiche leuchtend. Eine andere in denselben Saal gebrachteLeiche ward nach einigen Tagen auch leuchtend. Knochen, Sehnen,Membranen und Muskeln leuchteten, aber die Eingeweide des Thoraxnicht. Man fand auch, dass man das Leuchten von einer Leiche auf dieandere übertragen könne. Wenn man von der leuchtenden Leiche eineExtremität auf eine andere Leiche legte, so wurde auch diese nacheiniger Zeit leuchtend. Auch hier in Wien ist das Leuchten von Fleischbeobachtet worden. Es wurden, es mag etwa im Jahre 1850 oder 1851gewesen sein, einmal bei einem Selcher die Würste leuchtend. Sie wurdenvon der Polizei confiseirf, und an verschiedene, die sich dafür intercssirenkonnten, vertheili, und auch ich habe einige davon bekommen. Es fandsich auf der Oberfläche eine graue Masse, in der sich Vibrionen, Fctt-tropfen und Krystallc von phosphorsaurcr Ammoniak-Magnesia befanden.Es war also offenbar der Zcrsetzungsprocess schon weit vorgeschritten.Ich hatte aber bald Gelegenheit, mich von der Richtigkeit älterer Angabenzu überzeugen, dass Fleisch, das noch relativ frisch ist, und sonst nochkeine Fäulnisserscheinungen zeigt, auch leuchten kann. Unser LaborantBrückner erzählte nämlich in einem benachbarten Uasihause von diesenleuchtenden Würsten, und da erfuhr er, dass die Erscheinung gar nichtsUngewöhnliches sei, dass sie allen denjenigen wohl bekannt, welchehäufig mit Fleisch in dunklen Bäumen zu manipuliren haben, dass nureben nicht viel davon gesprochen wird, um Unannehmlichkeiten zu ver-meiden. Er brachte mir auch in der That aus dem Gasthauso eine Milzund ein Stück Muskelfleisch, die beide anscheinend vollkommen frischwaren, aber nichts destoweniger im Dunklen mit weissem Lichte leuchteten.Es fanden sich auf diesen Stücken keine Vibrionen, und keine Krystallevon phosphorsaurer Ammoniak-Magnesia, sondci'n es Hess sich von derOberfläche nur eine Materie abstreichen, die einige feine Körnchen mitMolekularbewegung, und einige Fetttröpfchcn enthielt. Es ist bekannt,dass nach dem gewöhnlichen Ausdruckefaulendes" Holz häufig leuchtet:aber auch da ist das Leuchten nicht Folge des Verwesungs-, desZersetzungsproeesses als solchen, wie man wohl geglaubt hat, denn ichhabe mich früher oft in Wäldern, in donen sich viel faules Holz vorfand,nach leuchtendem Holze umgesehen, ohne es zu finden. Dann habe iches auf einem Platze, wo Holz verarbeitet wurde, in grosser Menge ge-funden an Holzspähnen, die verhältnissmässig frisch und nur häufigdem Hegen ausgesetzt waren.