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1 (1875)
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Die thierische Wärine.

auch, für eine gewisse Arbeit eine gewisse Menge von Wärme bekommen,die mir umgekehrt, wenn ich sie in Arbeit zurückverwandeln würde, wie-der dasselbe Quantum von Arbeit geben miisste. loh könnte also dieWärme durch die Arbeit ausdrücken, welche ihr äquivalent ist. Ichkönnte z. B. eine gewisse Menge von Wärme durch den Ausdruck einKilogrammmeter bezeichnen, indem ich darunter die Arbeit verstehe, welchenothwendig ist, um ein Kilogramm einen Meter hoch zu heben. Wennich mir 424 solche Wärmemengen zusammengetragen denke, so ist dasnach sorgfältiger Yergleiclmng der von mehreren Beobachtern angestelltenVersuche und Rechnungen so viel, wie ich brauche, um 1 KilogrammWasser von 0" auf 1° Celsius zu erwärmen. Hiemrf habe ich eineWärmeeinheit, nach der ich die Wärme messen kann. Nun ist es aberanderseits klar, dass ich durch einen bestimmten chemischen Processeine bestimmte Wärmemenge bekommen muss, ich muss z. B. dadurch, dassich ein Gramm Alkohol verbrenne, eine bestimmte Menge Wärme bekom-men, und immer dieselbe, der Verbrennungsprocess mag verlaufen wie erwill, wenn nur die Endproducte dieselben sind, und der verbrauchte Sauer-stoff im freien Zustande vorhanden war; denn, indem die Atome aus einerbestimmten alten Stellung in eine bestimmte neue Stellung übergehen, mussimmer eine bestimmte Menge lebendiger Kraft erzeugt werden, gleichvielauf welchem Wege und in welcher Zeit sie in die neue Stellung gelangen.Diese Wärmemenge kann ich an Wasser von 0° übertragen, und kanndie Erwärmung messen, welche ich dadurch erhalte, und kann so nunwieder die Wärmemenge bestimmen, die mir ein Gramm Alkohol oderAether oder Leuchtgas gibt. Das älteste und einfachste Instrument, dashiezu diente, -war das Rurnford'sehe Calorimcter. Es beruht darauf, dassdie Verbrcnnungsproducte durch ein Schlangenrohr geleitet werden, dasmit destillirtom Wasser umgeben ist, damit sie ihre Wärme an das letztereabgeben, und dass man dann aus der bekannten Menge des Wassers undaus dessen Temperaturerhöhung die abgegebene Wärmemenge bestimmt.Nun denken Sie sich, Sic hätten zwei solche Calorimcter, ganz gleich be-schaffen, aber in das eine füllten Sie statt des Wassers das gleiche Ge-wicht an Quecksilber von der gleichen Temperatur. Unter beiden ver-brennen Sie eine gleiche Menge von Alkohol. Dann übertragen Sie an dasWasser und an das Quecksilber gleiche Wärmemengen. Es fragt sich nun, sindWasser und Quecksilber nach Beendigung des Versuches im gewöhnlichenSinne des Wortes auch gleich warm, wie sie anfangs gleich warm waren?Was heisst das, sie sind gleich warm? Lange, ehe man daran gedacht hat,Wärme zu messen, hat man sogenannte Temperatur gemessen, das heisst,man hat Quecksilber, Weingeist, Luft in Röhren eingeschlossen, und diesein die zu untersuchenden Medien eingesenkt, und nun versucht, wieweit sie sich ausdehnen, indem man ein Zeichen gemacht hatte, da woihre Volumgrenzc bei 0°, und da wo ihre Volumgrenze bei der Tempe-ratur des siedenden Wassers w r ar: den Raum zwischen diesen Punkten,zwischen Gefrierpunkt und Siedepunkt des Wassers, theilte man in 80 oder100 gleiche Theile. Was misst man eigentlich hier? Man misst offenbar keineWärmemengen, sondern man misst nur die Grenze, bis zu welcher einKörper Wärme an einen andern abgibt. Wenn ein Körper längere Zeitmit einem andern in inniger Berührung ist, so muss offenbar ein Zeit-punkt eintreten, wo die sich bewegenden kleinsten Thcilchen des einen