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1 (1875)
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Polurisation.

Fig. 10.

welcher das Molekül von den Impulsen jedes einzelnen Wellensystemesallein hinausgetrieben werden würde. Wenn die beiden Wellensysteme

einen Gangunterschied von einer viertelWellenlänge haben, wird, wenn die Elon-gation von dem einen Wellensystome ausein Maximum ist, das andere Wellensystomdas Molekül durch die Gleichgewichtslagetreiben, und, wenn dieses zweite Wellen-system es wiederum zum Maximum derElongation gebracht hat, würde es, vondem ersten Wellensysteme allein bewegt,durch die Gleichgewichtslage getriebenwerden. Wenn sich also das Molekül in abefindet, so wird es einerseits, mit derGeschwindigkeit 0 anfangend, gegen o zu-rückzufallen suchen, anderseits aber wirdseine Geschwindigkeit in der Richtungc d im Maximum sein. Es wird also im ersten Momente sich in tangen-tialer Richtung fortzubewegen suchen; in dem Grade aber als seineGeschwindigkeit in der Richtung a o zunimmt, wird es aus dieser ab-gelenkt werden, so dass es einen Bogen beschreibt. Nach einer gewissenZeit würde das Molekül durch die Impulse des Systems a b nach p undgleichzeitig durch die Impulse des Systems c d nach n getrieben wordensein. Thatsächlich wird es sich also in k befinden. Da wir uns die Licht-wellen durch Sinuscurven dargestellt denken müssen, so verhält sicha n zu. a p, wie der Sinus des Bogens a k zu dessen Sinusversus. DerOrt also, an den das Molekül gelangt ist, liegt in einer Kreisbahn, diedurch k nach d, dann nach b und durch c wieder nach a zurückgeht. Einsolches Molekül also, welches von zwei Wellensystcmen, die rechtwin-kelig auf einander stehen und einen Gangunterschied von einer viertelWellenlänge haben, getrieben wird, schwingt im Kreise herum, undsolches Licht, bei dem die Moleküle nicht in einer Ebene, sondern imKreise herumschwingen, bezeichnet man als circular polarisirtes Licht.Dasselbe wird natürlich der Fall sein, wenn der Gangunterschied drei-viertel, fünfviertel Wellenlänge, kurz eine ungerade Zahl von Viertel-wellenlängen beträgt.

Was wird nun geschehen, wenn zwei Wellensysteme, die recht-winkelig auf einander stehen, zur Interferenz kommen, und einenGangunterschied haben, welcher weder genau eine gerade Anzahl vonViertelwellenlängen, noch genau eine ungerade Anzahl von Viertel-wellenlängen beträgt. Dann wird das Molekül weder in einer Ebeneschwingen, noch sich im Kreise herumbewegen: es wird einen Weg be-schreiben, der zwischen beiden liegt. Nun liegt aber zwischen einemKreise und einer geraden Linie die Ellipse, denn der Kreis ist eine Ellipse,deren beide Axen gleich sind, und eine Ellipse, deren kleine Axe im Ver-gleich zur grossen Axe unendlich klein wird, geht in eine geradeLinie über. Die Bahnen werden also Ellipsen von verschiedener Excen-tricität bilden. Licht, in dem die Moleküle in Ellipsen schwingen, nennenwir elliptisch polarisirt für den Fall, dass Verhältniss und Lage der Axenconstant bleiben.

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