Reflexion.
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Fig. 2.
Das erklärt die Emanationstheorie nach den Gesetzen des elastischenStosses. Eine Billardkugel kommt von der Wand unter demselben Winkelzurück, unter dem sie angespielt worden ist. Ebenso kehren die Moleküledes Lichtes nach der Emanationstheorie unter demselben Winkel nachden Gesetzen des elastischen Stosses von einer spiegelnden Flache zurück,unter welchem sie gegen dieselbe herangeschleudert worden sind.
Auch die TJndulationshypothese gibt eine befriedigende Erklärung.Nehmen wir einmal der Einfachheit wegen an, die Lichtquelle sei un-endlich entfernt. Wir hätten alsoparallele Strahlen, die Wellenober-fläche sei also eine Ebene und ihrDurchschirittmitderEbcnedesPapierseine gerade Linie. Betrachten wir zu-nächst zwei Strahlen, den Strahl b aund den Strahl d <j, wolche beidezur spiegelnden Fläche / h gehen,so wird der Strahl d c früher ander Fläche ankommen, als der Strahlb a. Ein Wellenfrächendurchschnittsoll c e sein; c e steht senkrecht auf a bund auch senkrecht auf c d. Versetzeich mich nun in den Zeitpunkt, woauch der Strahl 6 a in a angekommen
ist, so wird zu dieser Zeit schon eine refiectirte Welle von dem Punktec aus entstanden sein, und diese refiectirte Welle wird sich ebenso schnellfortpflanzen, wie die directe, weil das Medium, in dem sie sieh fortpflanzt,dasselbe ist. Um also zu wissen, wie gross diese Welle ist, wie weit dierefiectirte Welle zu dieser Zeit gelangt ist, nehme ich die Entfernung aein den Zirkel und schlage mit derselben von c aus einen Kreisbogen. Jetztwill ich von dem Punkte o aus eine Tangente an diesen Kreis legen, und willvorläufig annehmen, und erst später beweisen, dass dies die neue Wellen-oberfläche, die Oberfläche der reflectirten Welle sei. Von c aus will icheine Senkrechte auf die Tangente ziehen, die also den Punkt trifft, wodie Tangente den Kreis berührt; sie sei c k. Jetzt habe ich zwei Drei-ecke, welche mit einander gemein haben die Seite a c, welche ausserdemgleich haben die Seiten a e und c k, denn die habe ich gleich gemacht,und welche beide rechtwinklig sind, denn bei e und bei k sind der An-nahme nach rechte Winkel. Folglich sind diese beiden Dreiecke cougruent.Da nun aber Z_ a + / ß •= / ?
so ist /_ £ -f- /__ y = ZL <pdas heisst also, der Strahl d c ist unter demselben Winkel zurückgeworfen,unter dem er eingefallen war.
Ich habe noch zu beweisen, dass a k wirklich die neue Wellenober-ttäche oder vielmehr ihr Durchschnitt mit der Ebene des Papiers sei, dennnur dann erscheint es gerechtfertigt, dass ich c k als den reflectirtenStrahl ansehe. Die neue Wellenoberfläche entsteht dadurch, dass alledie einzelnen Wellen, welche von den einzelnen Punkten ausgehen,sich zusammensetzen. Ich muss also nachweisen, dass die Partialwellen,
Brücke. Vorlesungen I. 2. Aufl. 2