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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Entwirkelung; der Linse.

Entwiekel uns- der Linse.

Fig. 102.

Die Linse entsteht, wie wir gesehen haben, aus einem Haufen vonZellen des Hornblattes. Die Zellen in diesem Haufen, welche der Oberhaut,der nachherigen Hornhaut, zugewendet sind, behalten ihre Gestalt; die vonihr abgewendeten wachsen eylindrisch aus und richten sich dabei senk-recht, etwas divergirend, gegen die Hornhaut, so dass es ein Stadium gibt,wo die Linse im mikroskopiscben Durchschnitte das Bild eines Korbchensgibt, dessen Stangen die eylindrisch ausgewachsenen Zellen der hinteren(inneren) Hälfte des Zcllenbaufens sind. Diese eylindrisch ausgewachsenenZellen sind die Anlage der ersten Linsenfasern. Sie bilden die Fasern desLinsenkernes. Die vorderen (äusseren) Zellen, die ihre Gestalt behaltenhaben, sind Anlage des Epithels, welches die vordere Wand der sicherst später bildenden Kapsel au ihrer inneren Seite bekleidet. Wir wollensie schon jetzt Kapselepithelzellen nennen. An der Peripherie, in derGegend dos grössten Kreises der Linsenanlage entstehen nun immer neueZellen, und zwar vom Kapselepithel aus. Diese dienen theils dazu, dasKapselepithel an seiner Peripherie weiter zu bauen, theils wachsen siezu Linsenfasern aus, die sich an die ursprünglichen äusserlich anlegenund sie dann umwachsen und auf diese Weise immer neue Faserschichtenbilden. Die Linse wächst also durch fortwährende Auflagerung von neuenFaserschichten, und die Fasern entstehen sämmtlich am Rande, in - derGegend des grössten Kreises der Linse, von wo aus sie sich beim weiteren

Wachsen über die vordere undFig. 103. hintere Oberfläche ausbreiten und

sich dem früher entworfenenSchema(S. 148) entsprechend dem Polebald mehr, bald weniger nähern.Wenn man eine Linse inder Richtung der Achse durch-schneidet, so findet man, wie vonLecker gezeigt hat, eine Zonevon Kernen, welche sich vomgrössten Kreise der Linse gegendie Mitte hin erstreckt. Diese Zoneenthält die Kerne der Linsen-fasern, die sich hier entwickelthaben.

Figur 103 zeigt einen Schnittvom Rande einer Kalbslinse nachvon Becker. Die Striche deutenden Verlauf der Fasern an. Bei zbeginnt die Kernzone und erstrecktsich von da ins Innere. Weiternach innen zerstreuen sich die Kerne, weil sie beim Wachsen derLinseufasem nach verschiedenen Orten verschoben sind.

Figur 102 zeigt die Region bei z in stärkerer Vergrösserung, umzu zeigen, wie die Kernzone z z f eine Fortsetzung der Kernreihe desKapselepithels (e e) bildet.