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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Die Zähne.

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Die Zähne und ihre Bntwickelung.

Die Zähne bestehen wesentlich aus zwei Substanzen, aus der Sub-stantia propria dentis, oder der Substantia eburnca, und aus dem sehrharten Schmelze, der Substantia adamantina. Wenn man einen Zahnschliffunter das Mikroskop bringt, so sieht man von der centralen Höhle desZahnes, in welcher der Rest des Zahnkeims liegt, zahlreiche Eöhren, diegegen die Peripherie hin verlaufen, sich verzweigen, und zahlreiche Ana-stomosen mit einander eingehen. Dies sind die Röhren der Substanüaeburnea. Auf dem Querschnitte sieht man diese Röhren von einem Hofeumgeben, der je nach dem Einstellen heller oder dunkler wird und davonherzurühren scheint, dass die Substanz, welche zunächst um diese Röhrenliegt, das Licht etwas anders bricht, als die übrige, vielleicht aber auchseinen Grund nur in der Zurückwerfung des Lichtes an den Wändender Zahnröhrchcn hat. Aus dieser Substantia eburnea besteht die Zahn-krone und auch die Wurzel. In ihr finden sich gegen die Oberfläche desZahnes hin eigentümliche kugelförmige Figuren mit Zwischenräumen,die man mit dem Namen""der Interglobularräumc bezeichnet hat, und diein neuerer Zeit von Czermak beschrieben worden sind, ohne dass manbis jetzt den Ursprung dieser Figuren mit Sicherheit kennt.

Der Schmelz des Zahnes besteht aus lauter prismatischen Stücken,die partienweise parallel neben einander liegen,' dann aber wieder partien-weise gegen einander verschoben sind, so dass sie miteinander sehr spitzeWinkel machen. Die einzelnen Schmelzprismen sind nicht ganz geradeund glatt, sondern haben kleine Einbiegungen, in Folge welcher sie beistarken Vergrösserungen unter dem Mikroskope quergestreift erscheinen.

Ebur und Schmelz verdanken ihre Festigkeit der Einlagerung vondenselben anorganischen Substanzen, die wir bei den Knochen als Ver-knöcherungsmasse kennen gelernt haben, und sie betragen beim Schmelzneun Zehntheile seines Gewichtes, während sie beim Knochen im Durch-schnitt nur etwas über drei Fünftheile ausmachen. Der Schmelz ist sohart, dass eine gute englische Feile sich in kurzer Zeit auf demselbenabstumpft. Zu diesen beiden Substanzen des Zahnes kommt bei den blei-benden Zähnen noch eine dritte hinzu, welche sich seeundär auf derWurzel auflagert, und diese ist die Substantia ossea. Sie ist wahrer seeun-därer Knochen, der sich von der Beinhaut der Zahnwurzel aus auf derletzteren ablagert, ganz in derselben Weise, wie sich aus den Zellen, diesich unter der Beinhaut der Diaphyse eines Röhrenknochens bilden, aufeben dieser Diaphyse neue Schichten bilden. Die Substantia ossea desZahnes unterscheidet sich von anderem seeundärem Knochen nur dadurch,dass sie im Allgemeinen sehr dicht ist, mehr das Gefüge und die Dichtig-keit von sclerosirtem Knochen hat, zweitens, dass die einzelnen Knochen-körperchen noch unregelmässiger gestaltet sind, als beim gewöhnlichenseeundären Knochen, und drittens dadurch, dass sie unrcgelmässiger ge-lagert sind.

Die Entwickelung der Zähne beginnt beim menschlichen Embryomit dem Ende des zweiten Monates. Da zeigt es sich zuerst, dass imgefässreichen Theile des Kiefers der äussere und der innere Rand stärkerwächst, als die mittlere Partie. Dadurch entsteht eine Rinne. Da aber