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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Die Knochen.

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ausserdem ein sogenanntes interstitielles Wachsthum zuschreiben, somuss ich die Gründe angeben, weshalb ich dieses interstitielle Wachs-thum nicht anerkenne.

Es ist erstens schon durch die Versuche von Elourens dargetlianworden, dass der Knochen durch Auflagerung neuer Schichten in die Dickewächst. Man legte zuerst einen Ring um den Knochen eines jungenThieres und fand, dass dieser King vom Knochen überwallt wurde,dass er immer tiefer in die Substanz des Knochens eindrang. Es ist dieserVersuch ursprünglich nicht ganz vorwurfsfrei angestellt worden, da ja einKing sich hineinschnüren muss, wenn er den Knochen rings umgibt. Manhat deshalb die Versuche später so angestellt, dass man statt des Ringeskleine Stückchen Platiublech unter die Beinhaut brachte, und diese wur-den auch überwallt und gelangten in die Substanz des Knochens hinein.Hatte man das Thier aufwachsen lassen, und tödtete man es erst dann,so fand man das Platinblech in der Markhöhle des Knochens. Es waralso klar, dass der Theil, an dem das Platinblech ursprünglich gelegenhatte, vollständig zerstört worden war, und dass dort sich Markhöhlegebildet hatte. Man hat ferner Thiere während ihres Aufwachsens mitKrapp gefüttert und hat gefunden, dass dabei der phosphorsaure Kalk,der sich in den Knochen ablagert, den Farbstoff mitnimmt, so dass dieKnochen roth gefärbt werden. Nun hat man die Thiere eine Weile mitKrapp gefüttert, dann ausgesetzt, sie dann wieder mit Krapp gefüttertu. s. w., und hat dann rothe und farblose Schichten über einander ge-funden, was wieder dafür spricht, dass durch die schichtenweise Ablagerungvon der Oberfläche her der Knochen wächst.

Das Längenwachsthum des Knochens ist hinreichend erklärt durchdie Zunahme an Knorpel, welche einerseits an der freien Oberfläche derGelenke stattfindet, und andererseits in der Schichte, welche sich aufbeiden Seiten zwischen Epiphyse und üiaphyse befindet. Ein Wachsthumdes Knochens in der Weise, dass sich der Knochen als solcher ausdehnt,ist nicht denkbar wegen der Consistenz des Knochens. Es ist zwar be-kannt, dass anscheinend harte und spröde Körper, wie z.B. das Eis, unterhohem Druck ihre. Form wie eine wachsartige Masse verändern können.Das hängt aber mit den eigenthümlichen Eigenschaften des Eises zusammen,die sich beim Knochen nicht wieder finden, und dann finden sich auchbeim Knochen die Druckverhältnisse nicht wieder, die eine solche harteMasse zwingen könnten, sich wie eine plastische zu verhalten. Wenn derKnochen noch wächst, nachdem die Epiphyse mit der Diaphyse in Ver-bindung getreten, wenn er sich dann noch verändert, so kann dies auchnur immer durch Apposition und durch gleichzeitige Zerstörung einesTheiles des vorhandenen Knochens geschehen, gerade so wie eine Stadtsich nicht in ihren einzelnen Häuserreihen ohne Weiteres ausdehnenkann, wie sie sieh aber wesentlich dadurch verändern kann, dass aussenHäuser angebaut und im Innern Häuser eingerissen und die Strassenerweitert werden: denn der Knochen ist ja selbst eine grosse Stadt, inwelcher sich eine grosse Menge von Elementarorganismen massive Häusergebaut hat. Diese massiven Häuser als solche können sich nicht ausdehnenoder verschieben, aber die Elementarorganismen können einige derselbeneinreissen und andere dafür anbauen, und das geschieht auch in sehrgrosser Ausdehnung, nicht nur in den Röhrenknochen, sondern auch in

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