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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Kntwickelung der Lungen.

Überzug ist kein anderer als derjenige, welchen sie von Haus aus vonden Platten des Mesogastriunas bekommen bat, zwischen denen sie sichentwickelt. In derselben Weise, in der sich die Milz im Mesogastriumentwickelt, entwickeln sich die Lymphdrüsen im Mesenterium.

Entwickelung der Lungen.

Schon ziemlich früh, indessen erst, wenn die Leber bereits einegewisse Ausbildung erlangt hat und die Visceralbögen angelegt sind,kündigt sich die Entwickelung der Lungen an, zuerst dadurch, dass eichdie Wand des Vorderdarms nach rechts und nach links verdickt. DieseVerdickung geht von der mittleren Schichte derselben aus. An den ver-dickten Stellen entstehen Gruben, in die sich das Schleimblatt hinein-senkt. Indem die verdickten Stellen stärker herauswachsen und nunschon kleine Anhänge des Vorderdarms bilden, trennt sich das Ganzemehr und mehr von demselben, so dass nur noch eine mediane Oeffnungbleibt, die in die beiden Anhänge hineinführt; das ist die Stimmritze.Die Anhänge wachsen, die Höhlen oder Gänge in ihnen verzweigen sichbaumförmig; so entstehen Bronchien und Infundibula. Das Letzte, wassich bildet, sind die Lungenbläschen.

Entwiekelung des Herzens und der Arterien.

Wir gehen nun über zur Entwickelung des Herzens und der grossenGefässe. Wir haben gesehen, dass ursprünglich im Embiyo zwei Aortenvorhanden waren. Diese Aorten gingen aus einem länglichen Sehlauche,dem Herzen, hervor, welcher sich nach oben zu in zwei Aeste spaltete,und sie liefen zu beiden Seiten vor der Wirbelsäule herunter. Sie gabenbeim Vogelembyro an der Seite zwei Arterien ab, welche in den Dotter-sack übergingen und die Arteriae omphalomeserai'cae darstellten. BeimMenschen gingen erst seitlich eine Beihe von kleinen Gefässen ab, dieaber dann verödeten bis auf zwei, und das waren die Arteriae omphalo-meserai'cae. Das Blut, das aus dem Fruchthofe zurückkam, floss in grossenVenen zurück, welche sich wiederum in zwei Hauptvenen sammelten,die sich dann vereinigten und das Blut in das untere Ende des Herzenszurückbrachten. Es war dies die erste Circulationsperiode, die Circulationdurch die Nabelblase. Noch während derselben beginnen aber gewisseVeränderungen, welche sich sowohl auf das Herz und die Arterien, alsauch auf die Veuen beziehen. Das Herz bleibt nicht gerade, sondernwird zunächst eine Schlinge, welche aus dem Leibe des Embryo nachvorn (Fig. 83 und 84 c, Fig. 96 c) herausragt. Aus dieser Schlingegeht nun nicht mehr ein Aortenbogen jederseits hervor, sondern es ent-wickelt sich zu dem ersten Aortenbogen ein zweiter und dann ein dritter.Es sind dies die drei Aortenbögen, von denen wir schon früher ge-sprochen, die als die Grundlage für die drei Visceralbögen dienen. ImHerzen bilden sich nun zwei Einschnürungen, zwischen welchen der ammeisten hervorragende Theil liegt. Er communicirt mit dem rückwärtigenTheile der Schlinge, aus dem der ursprünglich einfache Vorhof wird,durch eine Enge, den Canalis auricularis, und durch eine andere Enge,das Fretum Halleri, mit dem arteriellen Theile der Schlinge, aus dem