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Töne um eine Schwebung von einander verschieden, das heisst sie sindum ein so Geringes von einander verschieden, dass sich kein Combina-tionston bildet, sondern dass man nur ein allmäligcs Anschwellen undAbschwellen des Tones hört.
Wir haben hier noch eine für die Theorie des Gehörs wichtigeFrage zu erörtern, die Frage, ob und wie die Schallwellen verstärktwerden können.
Im eigentlichsten Sinne des Wortes kann ein Schall als Ganzesnicht verstärkt werden. Eine Schallursache gibt eine gewisse Summevon lebendiger Kraft: die kann ich nicht grösser und nicht kleinermachen, als sie ein- für allemal ist, also den Schall als solchen kannich nicht verstärken. Aber ich kann es so einrichten, dass von dieserlebendigen Kraft in der Zeiteinheit mehr an mein Ohr übertragen wird.Die Einrichtungen, welche man zu diesem Zwecke trifft, bezeichnet manals Verstärkungsmittel für den Schall. Ich kann auch durch einenmomentanen Impuls als Schallursache einen Ton erzeugen, dor einigeZeit dauert, oder ein Geräusch, und kann durch künstliche Vorrichtungbewirken, dass das tongebende Instrument die lebendige Kraft des ein-maligen Impulses langsamer oder schneller verbraucht. Im letzteren Fallewird für jede einzelne Schwingung eine grössere lebendige Kraft disponibelsein; wenn ich es also so einrichte, dass von den lebendigen Kräften,die das tonangebende Instrument verbraucht, das heisst abgibt, möglichstviel an meine Gehörnerven übertragen wird, so ist auch dieser schnellereVerbrauch ein Mittel zur Verstärkung des Schalles.
Das einfachste Verstärkungsmittel für den Schall ist der Resonanz-boden. Wenn ich eine Stimmgabel anschlage und in der Luft schwingenlasse, so wird sie bei einer gewissen Stärke des Anschlages kaum gehörtwerden. Stütze ich sie aber auf den Tisch auf, so hört man sie sogleicherklingen, weil der Tisch als Resonanzboden dient. Was geht hier vor?Wenn die Stimmgabel in der Luft schwingt, so kann sie wegen ihrerkleinen Dimensionen bei der einzelnen Schwingung nur eine sehr kleineSumme von lebendiger Kraft an die umgebende Luft übertragen: die In-tensität des Schalles nimmt ab nach den Quadraten der wachsenden Ent-fernungen : es kommt also davon nur ein geringer Bruchtheil an meinenäusseren .Gehörgang und mein Ohr. Wenn ich dagegen die Stimmgabelauf den Tisch setze, so überträgt sie ausser den lobendigen Kräften, diesie an die Luft überträgt, auch lebendige Kräfte auf die Tischplatte. InFolge davon fängt die Tischplatte an, mit ihr isochron zu schwingen,und überträgt in derselben Periode wiederum mit ihrer ganzen Flächelebendige Kräfte an die Luft, so dass jetzt eine viel grössere Menge vonBewegung in der Zeiteinheit übertragen wird und viel mehr davon zumeinem Ohre gelangt.
Es braucht gerade keine feste Platte zu sein, an welche die leben-dige Kraft übertragen wird; es kann die lebendige Kraft auch an eineeingeschlossene Luftmasse übertragen und dadurch der Schall verstärktwerden. Wenn ich z. B. eine Stimmgabel anschlage und halte sie übereinen Cylindcr, der bis zu einer bestimmten Höhe mit Wasser gefüllt ist,so hört man die Stimmgabel deutlicher, als wenn ich sie in freier Lufthalte. Das rührt daher, dass die Luft im Cylindcr in sogenannte stehendeSchwingungen versetzt worden ist. Denken Sie sich, die Höhe des Luft-