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Vergrösserungsmittel.
Patienten jedesmal die schwächste Brille zu geben, mit der er für dengegebenen Zweck auskommen kann, um unnöthige Aecoinmodationsan-strengungen zu ersparen. Bei Hypermetropen gilt dieser Grundsatz nichtman darf ihnen nicht die schwächsten Brillen geben, mit denen sie aus-kommen, weil sie dann noch immer die ganze Aecommodätion bei ihrenArbeiten gebrauchen müssten. Wir sind deshalb genöthigt, Brillen zugeben, die stark genug sind, um ohne grosse Accommodationsanstrengunamit denselben zu arbeiten. Es ist auch keineswegs rathsam, zu warten,bis der Zustand unerträglich wird oder bereits Schielen eingetreten ist.\ Im Gegentheile, wenn ein hypermetropisches Auge als ein solches erkanntwurde, so soll man ihm eine Brille geben, durch welche es rechtzeitigauf ein normales Auge corrigirt wird. In späteren Jahren, wenn zurHypermetropie noch Presbyopie hinzutritt, ist es nothwendig, in derCorrection noch weiter zu gehen, sobald es sich um das Sehen in dieNähe, um Lesen und Schreiben u. s. w. handelt. Man muss dann durchdie Brille das hypermetropische Auge wie das Normalauge in ein kurz-sichtiges verwandeln. ,
Vergrösserungsniittel für die Nähe und Ferne.
Lupe, Dissectionsbrille und einfaches Mikroskop.
Wir haben gesehen, wie man den ltefractionsanomalien des Augesnachhelfen, wie man sie compensiren kann. Nun gibt es aber für jedesAuge, auch das kurzsichtige, eine gewisse Nähe, in welcher es überhauptnicht mehr deutlich sehen kann, und doch würden wir, wenn wir denGegenstand noch näher bringen könnten, von ihm ein noch grösseres Netz-hautbild haben. Wir würden ihn vergrössert sehen und würden Einzel-heiten an ihm erkennen, die wir mit freiem Auge nicht mehr unterschei-den. Zu diesem Z.wcckc legen wir eine Sammellinse vor das Auge undnennen diese eine Lupe. Diese verschafft uns ein grösseres Bild, erstensweil wir den Gegenstand näher vor das Auge bringen können, und zweitensweil die Sammellinse mit unserem Auge ein neues optisches System bildet,in welchem der hintere Knotenpunkt weiter nach vorn liegt, als er früherin unserem Auge lag.
Da sich eine solche Lupe von einem Convexbrillenglase nur durchdie kürzere Brennweite unterscheidet, so würden wir auch vor jedes derbeiden Augen eine Lupe legen können, wenn wir die M. recti interuistark genug zu contrahiren vermöchten, um damit noch einfach zu sehen.Das gelingt aber nur, wenn wir die Lupen prismatisch machen. Wirschleifen ein Glas, gross genug, um zwei Brillengläser zu geben, auf dereinen Seite convex, so dass es eine Brennweite von 6 bis 7 Zoll be-kommt, schneiden es in zwei symmetrische Stücke und setzen diese mitder convexen Seite dem Auge zugewendet und mit dem dicken Bandegegen die Nase gekehrt in ein Brillengestell, dem wir zwei seitlicheSchirme geben, um das seitlich einfallende Licht abzuhalten. Eine solcheBrille, die sich für anatomische Arbeiten sehr gut eignet, heisst eineDissectionsbrille.
Wenn die Brennweite der Lupe bis zu einem gewissen Grade ver-kürzt wird , so wird die sphärische Aberration immer auffälliger und