Accommodation. Sclieiner's Versuch.
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eine Menge von Punkten haben, so werden die Zerstreuungskreise theil-weise einander decken und dadurch das Sehen undeutlich machen. Legenwir vor das Auge einen Schirm c d, in dem sich eine kleine Oeffnungbefindet, so kann von dem ganzen Strahlcnkcgel, der von b ausgeht, nurein sehr dünnes Strahlenbündel hindurchtreten, und dieses wird auchnur einen sehr kleinen Zcrstreuungskreis geben können. Wir werdendaher Gegenstände, die unserem Auge zu nahe sind, als dass wir siedeutlich sehen könnten, wenn sie anders gut beleuchtet sind, noch deut-lieh sehen dadurch, dass wir sie durch eine kleine Oeffnung betrachten.
Dasselbe ist der Fall, wenn der Gegenstand zu fern für das Augeliegt. Wenn z. B. ein Kurzsichtiger auf die Gegenstände der Landschaftsieht, so vereinigen sich die Strahlen vor der Netzhaut, wie die Strahlenpn und qm in Eigur 38 sieh in e vereinigen: sie divergiren hierauf,man erhält auf der Netzhaut einen Durchschnitt (r s) des divergirendenLichtkegels, also wieder einen Zcrstreuungskreis. Auch diesen kann mandurch eine sehr kleine Oeffnung auf ein Minimum redueiren. Ich kanndeshalb einem Kurzsichtigen die Landschaft auch ohne Brille, wenn sienur gut beleuchtet ist, deutlich zeigen, dadurch, dass ich durch eineVisitenkarte mit einer Nadel ein Loch steche und ihn dieses vor dasAuge bringen lasse.
Denken Sie sich, ich hätte statt der einen Oeffnung, welche sichim Schirme befindet, zwei solche, die so nahe bei einander liegen, dassdie Strahlenbündel, welche durch beide hindurchgehen, gleichzeitig durchdie Pupille ins Auge gelangen können. Ich hätte nun einen Gegenstand,der so weit vom Auge entfernt ist, dass alle Strahlen, welche von ihmins Auge gelangen, auf der Netzhaut zur Vereinigung kommen. Dannwerden auch die beiden Strahlenbündel, welche durch die beiden Löcherhindurchgehen, auf der Netzhaut zur Vereinigung kommen, ich werdealso von diesem Gegenstände ein Bild haben. Denkt man sich aber, dieEbene der Netzhaut läge vor dem Vereinigungspunkte der Strahlen, sowürde ich den Gegenstand nicht einfach, sondern doppelt sehen, dennich würde zwei Bilder von jedem seiner Punkte haben, wovon das einedem einen, das andere dem anderen Loche angehörte. Das würde alsogeschehen, wenn ich einen Gegenstand in einer Entfernung diesseits desdeutlichen Sehens hätte. Ich denke mir nun, ich hätte einen Gegen-stand in einer Entfernung jenseits des deutlichen Sehens. Es sei dasbeobachtende Auge ein kurzsichtiges, und ich hätte einen Gegenstand ineine grössere Entfernung gebracht, so dass die Netzhaut hinter demKreuzungspunkte der Strahlen liegt. Dann werden die beiden Strahlcn-bündcl sich vor der Netzhaut schneiden, und wenn sie dieselbe treffen,schon divergiren. Ich werde also von dem einen Gegenstande wiederumzwei Bilder haben. Dieser Versuch ist unter dem Namen des Scheinor-schen Versuches bekannt. Er bietet uns ein Hilfsmittel dar, um zufinden, für welche Entfernung ein Auge eingestellt ist. Ich stelle einensolchen Schirm mit zwei Oeffnungen auf und sehe durch dieselben nacheinem kleinen, gut beleuchteten Gegenstände und nähere und entferneihn so lange, bis die beiden Bilder vollständig in eines zusammenfallen.Auf diesen Scheiner'sehen Versuch begründete schon Young ein Opto-meter, ein Instrument, um praktisch die Sehweite jedes Auges zu be-stimmen. Derartige Optometer werden heutzutage wenig mehr gebraucht,