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Scheinbare Grösse.
in einem dunklen Zimmer eine Kerzenflamme nach, der Schläfenseite hin.so rückt, wenn man diese von der Gesichtslinie immer weiter entferntdas Netzhautbild natürlich entsprechend immer weiter nach vorwärts, undwenn das Auge stark nach aussen gewendet ist, kommt das Netzhautbildendlich in der Lidspalte zum Vorschein, indem es durch die schwach pi"--mentirte Chorioidea und durch die Sclcrotica hindurchscheint. Wennman diesen Versuch macht, so hat man folgende Stücke: Erstens die Ge-sichtslinic, in der man den Punkt hat, der fixirt wird, und ausserdem denDrehpunkt des Auges oder Mittelpunkt des Auges, was man hier als gleich-bedeutend ansehen kann. Man hat zweitens den Ort der Kerzenflamme:diesen hat man willkürlich gewählt. Man hat ferner den Ort des Netz-hautbildes als Gegenstand directer Beobachtung. Verbindet man Bild undObject mit einander durch eine gerade Linie, so findet man den Punkt,an dem diese Gerade die Gcsichtslinie schneidet. Dieser Punkt abermuss zwischen den beiden Knotenpunkten des Auges liegen, er muss alsoden Ort der Knotenpunkte angeben. Dieser Versuch von Volkmann hatin der That gezeigt, das Listing den Ort der Knotenpunkte richtig be-stimmt hat. Listing hat seine Untersuchungen zuerst in den „Göttin-ger Studien" publicirt, dann hat er sie später noch einmal ausführliehund mit den ganzen dazu gehörigen Kechnungen, die jetzt die Grundlagealler dioptrischen Kechnungen sind, die sich auf das menschliche Auge be-ziehen, in dem Artikel „Dioptrik des Auges" in Budolf Wagner's Hand-wörterbuch der Plrysiologie niedergelegt.
Wenn wir also die Grösse des Netzhautbildes von einem Objecte be-stimmen wollen, so ziehen wir von dessen Endpunkten nach dem vorderenKnotenpunkte gerade Linien, und mit diesen parallel ziehen wir geradeLinien vom hinteren Knotenpunkte zur Netzhaut, dann erhalten wir dasNetzhautbild in seiner umgekehrten Lage und in seiner Grösse. Es ver-hält sich also jeder Durchmesser des Netzhautbildes zu dem entsprechendendes Objectcs, wie sich verhält die Entfernung des Netzhautbildes vomhinteren Knotenpunkte zur Entfernung des Objectcs vom vorderen Knoten-punkte. Das ist der Satz, auf dem die ganze malerische Perspective beruht.
Da nun diese beiden Knotenpunkte nur sehr wenig von einanderentfernt liegen, so kann man für eine Menge praktischer Eragen ihre Ent-fernung von einander vernachlässigen und sie als in einen Punkt zu-sammenfallend ansehen. Diesen Punkt bezeichnet man mit dem Namendes Kreuzungspunktes der Sehstrahlcn, weil man ihn als Durchschnitts-punkt erhält, wenn man zwei oder mehrere Punkte des Objectes mit cor-respondirenden Punkten des Bildes durch gerade Linien verbindet.
Scheinbare Grösse.
Es fragt sich nun: Was ist die scheinbare Grösse, Magnitudo appa-rens, der Gesichtsobjecte? Die scheinbare Grösse wächst natürlich mit demNetzhautbilde. Je grösser das Netzhautbild wird, um so grösser erscheintuns ein Gegenstand. Die Grösse des Netzhautbildes ist aber abhängigvon der Entfernung desselben vom hinteren Knotenpunkte und von derGrösse des Winkels, den ich erhalte, wenn ich von gegenüberliegendenEndpunkten des Bildes gerade Linien zum hinteren Knotenpunkte ziehe:dieser Winkel ist aber kein anderer als der Winkel, welchen ich erhalte.