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Unterscheidungsvermögen der Netzhaut.
clementer Wir sind durch anderweitige Gründe dazu geführt die Zapfenals die ersten Angriffspunkte für das Licht anzusehen. Wir müssen daherauch von vorne herein der Meinung sein, dass nur zwei Punkte neben-einander als zwei Punkte gesehen werden können, die sich auf zwei ver-schiedenen Zapfen abbilden, dass aber zwei Punkte, die so nahe beieinander liegen, dass sie Beide auf einem und demselben Zapfen abgebildetwerden können, auch nur einen Eindruck geben. Diese Voraussetzungbestätigt sich auch. Wenn man mit stark beleuchteten Linien die Gesichts-schärfe untersucht, indem man zusieht, wie weit man sich von ihnenentfernen und sie doch getrennt sehen kann, und daraus die Abständeder Kcfzhautbildcr von einander berechnet, so findet man, dass dieseAbstände mit der Breite der Zapfen übereinstimmen. Hclmholtz unter-schied noch zwei weisse Striche, die so weit von einander entfernt waren,dass zwei gerade Linien in gleicher Höhe von der Mitte jedes dieser geradenStriche zu den corrcspondircndcn Tunkten des Netzhautbildes gezogensich unter einem Winkel von 64" kreuzten. Aber nicht immer undnamentlich nicht an punktförmigen Bildern bewährt sich die Sehschärfebis zu diesem Grade. Zwei Sterne, deren Winkclabstand nicht über 60"beträgt, erscheinen auch nicht kurzsichtigen Augen meistens als ein Stern.Helmholtz hat bei seinen Beobachtungen die merkwürdige Wahrneh-mung gemacht, dass zuletzt die schwarzen und weissen Striche nichtgerade bleiben, sondern dass die schwarzen sich etwas im Zickzack biegenund die dazwischen liegenden weissen kleine Anschwellungen bekommen.Er leitet dies von dem Mosaik der Zapfen in der Fovea centralis retinaeab und von der Art und Weise, wie die weissen Striche, die ja das Erregendesind, die in Sechsecken neben einander gestellten Zapfenbasen beleuchten.Die Figuren 33 zeigen A die Erscheinung selbst und B die schcmatischcDarstellung der Art und Weise, wie sie nach der Ansicht von Helm-holtz zu Stande kommt.
Die directen Messungen der Gcsichtsschärfo von Helmholtz undvon Anderen verglichen mit den Messungen, welche Köllicker an denZapfen der Fovea centralis vornahm, bestätigen wie gesagt, dass wir soscharf sehen, wie wir dies theoretisch nur voraussetzen können, dass also
unser Auge als optischer Apparat scheinbarAlles leistet, was nur von ihm erwartetwerden kann. Wir werden später Gelegen-heit haben, uns darüber eiuigermasscn zuwundern, indem wir sehen werden, dassrhis Auge als optischer Apparat keineswegsim höchsten Grade vollkommen ist, dasses keineswegs das leistet, was ein idealeroptischer Apparat leisten sollte, nämlichalle Strahlen von einem deutlich gesehenenPunkte wieder auf einen Punkt der Notz-Es kommt aber dafür etwas Anderes in Betracht.Augen in ähnlicher Weise auf dem Gesichtsobjecteherum, wie ein Blinder mit seinen Fingerspitzen auf einem Gegenstandeherumtastet, um sich eine klare Vorstellung von der Beschaffenheit, vonden Erhebungen und Vertiefungen desselben zu verschaffen. Indem wirmit den Augen auf dem gesehenen Gegenstande herumgleiten, und somit
Fig. 33.
haut zu vereinigen.Wir tasten mit den