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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Tuniea conjunctiva.

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liegende Bindegewebe wegnimmt, dann sucht man nach diesen Drüsen ver-gebens, weil man die Körper derselben mit abgetrennt hat. Man mussdas ganze Bindegewebe über dem Fornix conjunctivae herausnehmen, umdie Körper nicht blos die durchbohrenden Ausführungsgänge dieser Drüsenzu erhalten. Kleincrc, einfache und wenig tiefe tubulöse Drüsen, viel-leicht sind es auch Schleimdrüsen, finden sich in der Conjunctiva palpe-brarum.

Die vordere Fläche des Augapfels ist also von dreierlei Secretenbefeuchtet: erstens vom Secrete der Thräncndrüsen, zweitens von dem derJleibom'schon Drüsen, drittens vom Secrete der Krause'schcn Drüsen. DasSeeret der Thräncndrüsen wird normaler Weise in geringer Menge abge-sondert. Wenn aber die Nerven der Conjunctiva gereizt werden, tritt inFolge reflectorischer Erregung Secretion ein. Die Nerven der Thränen-drüsen können reflectorisch erregt werden erstens von der Conjunctiva undzweitens von der Nasenschlcimhaut aus. Ausserdem können sie aber auchcentral erregt werden durch Gcmüthsaffecte, wo dann reichlicher und an-dauernder Thränonfluss zu Stande kommen kann. Bei solchem zeigt essich, dass die Thränen, wo sie für sich allein und nicht gemengt mit denbeiden anderen Secreten auf die Conjunctiva einwirken, dieselbe reizen,indem sich Blutinjcction und ein der Entzündung ähnlicher Zustand aufder Conjunctiva einstellt. Das Secrct der Meibom'schen Drüsen ist eineEmulsion. Das Secret der Krause'schen Drüsen kennen wir nicht näher,es ist aber wahrscheinlich von dem der übrigen Schleimdrüsen nicht we-sentlich verschieden.

Das Gemenge dieser drei Secrete wird durch den Thränenleitungs-apparat aus dem Auge abgeleitet. Es gelangt zunächst durch die Thränen-punktc in die Thränenröhrchcn, von diesen in den Thränensack, von diesemin den Thränenkanal und von da in die Nasen- und Bachenhöhle. DieTriebkraft für die Fortschaffung dieser Secrete wird auf zweierlei Weiseaufgebracht. Erstens durch den Lidschlag, indem, wenn sich die Orbicu-laris palpebrarum zusammenzieht, ein Druck auf die Flüssigkeiten, die sichim Conjunctivalsacke befinden, ausgeübt wird. Die Lidspalte wird ge-schlossen, und durch den Zug und Druck, welchen der am Ligamentumcanthi interni befestigte Orbicularis palpebrarum an den Augenlidern aus-übt, wird die Flüssigkeit gegen die Thränenpunktc hin und in die Thrä-nen punkte hineingetrieben. Das zweite mechanische Moment für die Ab-leitung der Thränen ist, abgesehen von der Schwere, durch welche sienach unten abfliessen, die Inspiration. Wenn man einathmet, sinkt derDruck nicht nur in den Lungen, sondern auch in der Nasenhöhle unterden atmosphärischen, denn nur dadurch wird es möglich, dass die atmo-sphärische Luft in die Nasenhöhle eindringt. Es wird also hiedurch eineTendenz der Thränenflüssigkeit nach abwärts erzeugt. Der Ueberdruck,der bei der Exspiration in der Nasenhöhle stattfindet, und vermöge dessendie Luft aus der Nasenhöhle in die Atmosphäre getrieben wird, scheintganz oder grösstentheils durch Klappen aufgehoben zu sein. Man unter-scheidet im Ganzen sieben Klappen oder klappenartig vorspringende Schleim-hautfalten: eine an der Mündung des Thränenkanals in die Nasenhöhle,welche als vorspringende Sehleimhautfalte an der inneren Seite liegt undnach aussen und abwärts gerichtet ist; ferner eine an der Grenze zwischenThränengang und Thränensack, eine an der Einmündung der Thränen-